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| last update 04.07.2008
HiFi- und Audio-Seite
von K. Föllner

Philosophien / Grundlagen
Ich bin zwar kein High-Ender, benutze jedoch manche Tipps & Tricks,
um den Klang der Anlage zu verbessern. Andere halten das zwar für
Schwachsinn, aber es wirkt und lässt sich auch physikalisch erklären.
Ich versuche mit möglichst wenig Geld ein Maximum an Klang herauszuholen
und nicht auf Teufel komm' raus, (z.B. mehrere hundert Mark pro Zentimeter
Cinch-Kabel) kompromisslos den Klang zu maximieren und anschließend
darüber zu philosophieren. Das heißt, dass ich schon Kompromisse
eingehe, aber nur bis zu einem gewissem Grad bereit bin, klangliche Abstriche
zu machen. HiFi heißt High Fidelity, also hohe Wiedergabetreue, dass
bedeutet, dass das, was die Anlage von sich gibt, (annähernd)
so klingen soll, wie das Original. Es ist in Normen genau festgeschrieben,
welches Gerät sich so nennen darf, aber einige Hersteller interessiert
das anscheinend nicht. Wenn auf einer Micro-Anlage mit winzigen (Plastik-)
Lautsprechern HiFi dran steht, erfüllt es sicherlich nicht die Norm.
(z.B. DIN) Während heutzutage bei Verstärkern und digitalen Quellen,
wie CD-Playern die Mindestanforderungen diverser HiFi-Normen spielend übertroffen
werden können, ist das bei Lautsprechern ungleich schwieriger.
Wer nacheinander seine Anlage durch Komponententausch verbessern will,
sollte an der Quelle anfangen. Ein guter CD-Player klingt auch durch eine
schlechtere Anlage besser. Aber wer zuerst hochwertige Boxen nimmt, braucht
sich nicht wundern, wenn plötzlich alle Fehler der gesamten Kette
(CD-Player, Verstärker) zu hören sind. Das heißt auch,
dass man keine "Super-Boxen" (mehrere Tausend Euro) an einen 08/15-Verstärker
(wesentlich billiger als das Lautsprecherpaar) anschließen sollte.
Und wer glaubt, dass das hier alles Schwachsinn ist, muss
das gezielte, richtige Hören erst noch erlernen, der hört anscheinend
auch keinen Unterschied zwischen einer Mini-Schrott- und einer richtigen
HiFi-Anlage. Und wer sich hochgestylte Design-Anlagen kauft, braucht hier
auch nicht weiter zu lesen. ;)
Das Hauptproblem jeder Anlage sind zuerst die Lautsprecher: Grund: Übliche
Boxen bestehen aus Mehrwegesystemen, die nach dem dynamischen Prinzip arbeiten.
Problem: aufgrund des Aufbaus und der Arbeitsweise arbeiten diese Chassis
nicht linear. Um einen einigermaßen konstanten Frequenzverlauf zu
erhalten sind aufwendige (teure) Maßnahmen nötig.
Empfehlungen zu Einzellautsprechern oder Boxen kann man kaum
geben, aber bei richtigen LS-Firmen, wie B&W, Canton, Infinity, JBL
MB-Quart, Quadral macht man weniger falsch, wenn man nicht das
billigste kauft.
Tipps & Tricks zum Verbessern/Maximieren des Klanges:
Wenn man nur einen Tipp probiert, braucht man kein Wunder erwarten.
Versucht man aber die Anlage an allen Enden zu optimieren, ist das Endergebnis
meist wirklich hörbar besser. Riesenschritte sind damit aber kaum
möglich. Das Tunen funktioniert nicht nur bei Home-HiFi-Anlagen, sondern
auch teilweise im Car-HiFi-Bereich.
Nicht nur der Kauf der richtigen Komponenten entscheidet über die
Originaltreue der Wiedergabe und den Klang. Hier sind nur physikalisch
erklärbare Modifikationen erwähnt, andere "Voodoo"-Geschichten
(Burn-In, CD-Magnetisierer) fehlen hier. Ziel ist es, hier nur eventuelle
Schwachstellen zu minimieren.
1. CDs schwärzen:
Wird als Humbug abgetan, lässt sich aber physikalisch erklären.
Durch das "Bemalen" mit schwarzer Farbe (z.B. mit Edding) wird Totalreflektion
innerhalb der CD verhindert (oder wenigstens stark reduziert). Sie tritt
auf, wenn Licht aus einem optisch dichteren (geringere Lichtgeschwindigkeit)
in ein dünneres Medium übergeht. Ab einem bestimmten Grenzwinkel
geht der Strahl nicht mehr in nach außen, sondern wird reflektiert.
Da die CD rund ist, gibt es immer irgendwelche Reflexionen, die die Abtastung
der Pits verhindern. So können Fehler entstehen, so dass die
Fehlerkorrektur aushelfen muss. Weiterhin verringert sich so der Jitter,
eine Störung im Digitalsignal. Auch, wenn die Abweichungen aufgrund
von Bitfehlern eher selten ist, können sie entstehen, da die Audio-CD-Fehlerkorrektur
nicht übermäßig sicher ist. Die Art der Abtastung (Soft-
und Hardware) erfordert so bei älteren CDs fast generell eine Fehlerkorrektur.
Nach dem Schwärzen der äußeren und inneren Kanten der Disc
(Aufpassen, dass nichts auf die Abtastseite kommt!) klingt die CD
evtl. besonders bei Playern des unteren und mittleren Preissegmentes (200,-
bis 1000,- Euro) besser und zwar homogener, wärmer, präziser,
weniger steril. So kommt es zu weniger Fehlern und alles natürlicher
klingt. "Teurere" CD-Player klingen "auch nur" aufgrund besserer Abtastung
und besserer Wandler besser.
Auch Problem-CDs können wiederhergestellt werden. Auf einer CD
hatte ich von Anfang an einen "Sprung" in einem Titel, den man auf der
Disc auch gesehen hat. Da habe ich sämtliche Flächen und Kanten
dieser Scheibe, von denen nicht gelesen wird, (ausgenommen Beschriftung)
geschwärzt. Seitdem ist sie nie wieder auf dem gleichen CD-Player
gesprungen. Auch mit anderen CDs ist mir das schon gelungen.
Vorsicht bei Tinte mit Lösungsmitteln! Wenn nicht unbedingt nötig
sollte, die Label-Seite nicht direkt bemalt werden, da die Tinte die Beschriftung
angreifen und die darunter liegende Aluminiumschicht zerstören könnte!
PS: Ob überhaupt Unterschiede hörbar sind hängt stark
von der CD-Pressung selbst ab, bei einigen war trotz intensivster Behandlung
nichts feststellbar, woanders gab es (kleine) Unterschiede...
2. Stromversorgung:
Man muss Differenzströme der Gerätemassen untereinander
vermindern. Durch unterschiedliche Netzteile in den Geräten entstehen
Spannungsdifferenzen an den Gehäusemassen. Diese können z.B.
durch Drehen des Netzsteckers verkleinert werden. Messen mit hochohmigen
(digitalen) Spannungsmesser oder Oszi! Das gilt hier nur für Netzstecker
ohne Schutzkontakt, bei Schuko-Steckern treten eher Brummströme durch
Masseschleifen auf. (Siehe Punkt 3.) Alle Geräte sollte man außerdem
an einer soliden Steckerleiste anschließen, um die Übergangswiderstände
an den Stiften zu minimieren. Die Ausgleichspannungen werden zwar durch
die Abschirmung der Cinch-Kabel praktisch kurzgeschlossen, aber die dadurch
entstehenden Ströme "behindern" den Signalfluss. Die Spannung
ist ein Gemisch aus mehreren Wechselspannungsfrequenzen mit einem DC-Offset.
Weiterhin kann das Stromnetz selbst durch Netzfilter o.ä. bereinigt
werden. Diese entfernen Oberwellen und Störfrequenzen über 50
Hz, um möglichst nur diese Sinusschwingung durchzulassen. Auch das
Verwenden von Ferritmanteln um die Netzleitung ist so bereits hilfreich.
Inwieweit jedoch diese Maßnahmen klangverbessernd wirken, ist stark
von den Bausteinen und der Sauberkeit des Netzes abhängig, es kann
nicht hörbar sein oder eine minmale Verbesserung erzielt werden.
Aber Wunder sollte man nicht erwarten! Auch bei symmetrischer Verkabelung
(XLR-Stecker) sind diese Hinweise sicher nützlich, auch wenn man hier
keine Verbesserungen erwarten sollte, da über die Masseleitungen und
Abschirmungen keine Signale übertragen werden. Denn eine Einstrahlung
von der Masse auf die heißen Adern ist möglich, jedoch löschen
sich diese beiden Signale aufgrund der nachfolgenden Differenzeingangsstufe
wieder aus.
3. Brummschleifen:
Die Masse/Erde an den Gehäusen stellt immer ein Problem dar, sobald
das Erden an mehreren Punkten oder an mehreren Geräten gleichzeitig
geschieht. Da die Zuleitungen von Antennen und Kabelfernsehen und -Radio
geerdet sind, treten so meist starke Störgeräusche (Brummen)
auf. Grund für die Erdung ist der Blitz- und Berührungsschutz
(Vorschrift) und die bessere Abschirmung. So entstehen oft Brummschleifen
durch die Kombination von geerdeter Endstufe mit einem Tuner. Diese können
verhindert werden, indem man einen Mantelstromfilter (angepasster
HF-Transformator, der etwa 10 Euro kostet) in die Antennenleitung klemmt.
Solche gibt es bei fast jedem Elektronikhandel, wie auch bei Conrad.
Manchmal hilft schon je ein Kondensator (z.B. Scheiben-C von 4,7nF) in
der Masse- und einen in die Signalleitung. (entsprechend Hochpass
im MHz-Bereich)
Bei Satellitenreceivern funktionieren diese Möglichkeiten nicht,
da zusätzliche Informationen (z.B. durch 14V/18V - Gleichspannung-Polarisationsumschaltung
und 22kHz-Schaltfrequenz b.z.w. DiSEqC-Informationen) mit über die
HF-Leitung übertragen werden. Meines Wissens gibt es dafür bis
jetzt noch keine industrielle Lösung, so dass hier wieder die
Eigenentwicklung herhalten muss. Das notwendige Gerät ist aber
nicht allzu simpel, besonders wenn DiSEqC-Daten übertragen werden
sollen. Ist nur die Polarisationsumschaltung (14/18V) nötig (Standard-Analog-LNB)
hält sich der Aufwand jedoch in Grenzen (<30 Euro).
Da meist aber der Sat-Receiver über Videorecorder (z.B. SCART)
mit der Anlage verbunden ist, hilft hier meist keine galvanische Trennung
im NF-Bereich. Auch klanglich ist eine galvanische Trennung im HF-Bereich
immer empfehlenswerter als der Versuch es an den NF-Kanäle zu trennen,
da so der Phasen- und Amplitudenverlauf praktisch nicht beeinflusst
wird, wenn das Signal noch moduliert vorliegt.
Vor allem bei Schallplattenspielern sollte ein dickes
zusätzliches Massekabel zum Vorverstärker gezogen werden, um
hier das Eingangsbrummen deutlich zu reduzieren. Ein Massekabel kann man vom Verstärker evtl. auch zu anderen Komponenten ziehen.
Oft brummen PC-Soundkarten, die an der Anlage angeschlossen werden,
dann sollte man es damit versuchen: Antennenstecker vom Tuner abziehen.
Sollte das erfolgreich sein, den schon beschriebenen Mantelstromfilter
einsetzen. Es ist auch möglich, entweder die Erde vom Rechner zu entfernen (nach VDE-Richtlinien nicht zulässig,
weshalb ich das auch nur bei Laptop-Netzteilen empfehlen kann) oder eine Galvanische Trennung
zwischen Anlage und Rechner schalten. Meine Empfehlung wäre dann aus
dem
ELV-Katalog die Cinch-Trennung
mit zwei Linear-Opto-Kopplern. Es handelt sich um einen Bausatz für
ca. 25,- Euro aus Heft 3/99 (Bestellnummer 53-369-01) sowie dem zugehörigen
Gehäuse (53-369-29) für ca 8,- Euro. Er erfüllt zwar keine
High-End-Bedingungen, übertrifft aber diverse HiFi-Normen (Klirr 0,05%,
Frequenzbereich +-1dB <20Hz...>40kHz) bei weitem und so auch die Ausgabequalität
von Standard-Soundkarten des unteren bis mittleren Preissegmentes (<150Euro).
Weiterhin sollte man den Computer und die Anlage an den gleichen Netzverteiler
anschließen und lange Kabel vermeiden. Sollten diese Maßnahmen
nicht erfolgreich sein, siehe auch Punkt 9. Tritt Brummen durch die Masseverbindung von digitalen
Verbindungskabel
auf, sollte man es mit dem optischen Ein- und Ausgang versuchen, da dem
Lichtleiter solche Probleme fremd sind. Fehlt ein Anschluss, hilft
ein Umwandler von koax auf optisch und umgekehrt weiter. Diese sind
preiswert zu erstehen. Selbst die teuersten High-End-Teile mit
Jitter-Korrektur etc. kosten unter 200,- EUR, so dass für den
Normalgebrauch
Geräte im Bereich bis etwa 20,- Euro ausreichen. Es sei denn, man
will selber das Teil selber bauen, die Bauteile kosten etwa 10,- Euro.
(Schaltungen sind auf dieser Seite.) Komplette
Bausätze sind dafür sicher auch erhältlich. Sind keine optischen
Verbinder möglich, empfiehlt sich folgendes: Einen TTL-Umsetzer mit
einem breitbandigen Optokoppler (Bandbreite ca. 10MHz) benutzen und davor/danach
die Pegel auf SP/DIF anpassen. Schaltung und Beispiel auf dieser Seite
4. Kabel:
OK, ich muss eins vorwegschicken, wer erwartet, dass Kabel
für 100,-Euro-Kabel gegenüber 10,-Euro stark hörbare Unterschiede
bringt, muss enttäuscht werden. Die Unterschiede sind nur marginal.
Man sollte nur nicht in Extreme verfallen, d.h. keine Mini-Strippen (0,5qmm)
verwenden, aber auch nicht ein Riesen-Geld (2000 EUR) ausgeben. Bessere Cinch- und Lautsprecher-Kabel (von Stinknormal auf z.B. Kimber-Cable)
bringen dennoch Unterschiede. Oft als Blödsinn abgetan, lässt
sich dieser Unterschied auch physikalisch durch die Leitungstheorie erklären.

Jedes Kabel hat nicht nur einen Ohmschen Längs-Widerstand (R, durch begrenzte Leitfähigkeit des Kupfers), sondern
auch eine Kapazität (C, Kondensator-Wirkung durch das elektrische
Feld zwischen beiden Strängen), eine Induktivität (L, jeder Leiter
erzeugt ein magnetisches Feld wie eine Spule) und einen Ableitungs-Leitwert
(G) zwischen beiden Adern. Diese Größen und die Wechselwirkungen
zwischen ihnen, bewirken Klangverfälschungen. Die Spannungen von verschiedenen
Frequenzen haben diverse Geschwindigkeiten und werden unterschiedlich stark
abgeschwächt. Das resultiert unter anderem aus den Phasenverschiebungen
durch komplexe Größen, sowie Resonanzen und Skin-Effekt,
die auch der Endstufe besonders durch passive Frequenzweichen mit hohem
komplexen Widerstand zu schaffen machen können. Das Problem dabei
ist, dass der Amplituden- und Phasenverlauf im NF-Bereich sehr unregelmäßig
verläuft und es so kein ideales Kabel gibt. (Stichwort: Wurzelfrequenzgang, siehe oben)
Die ideale Leitung würde keinen ohmschen Längswiderstand,
keine Kapazität, Induktivität und Ableitungsleitwert besitzen.
Deshalb sollte das Kabel so kurz wie möglich sein. Dabei sollten
aber die Kabel für den linken und den rechten Kanal die gleiche
Länge besitzen. Es existieren auch vorkonfektionierte Kabel, die einen
nachgeschalteten Filter, einen so genannten Terminator verwenden, um die
Leitungsparameter auf ein ideales Maß zu ziehen.
Jedes Kabel besitzt unterschiedliche Leitungsparameter. Neben den Abmessungen,
der Form ist auch das Material wichtig.
Kimber-Kabel (oder andere verflochtenen) klingen besonders im Hochtonbereich
besser, da u.a. die Leitungsinduktivität verringert wird.
Und in jedem Kabel fließt der Strom nicht nur in eine Richtung.
Es entstehen an den Kabelenden und Verbindungen (Impedanzänderungen)
Reflexionen, die Verfälschungen hervorrufen. So ist Anpassung eine
wichtige Voraussetzung. Dadurch klingt meist jedes Kabel nicht an allen
Geräten gleich gut oder schlecht. Je nach Leistung sollten die Kabel
nicht zu dünn sein. Bei einem 200W-Subwoofer sollte es doch schon
minimal 4qmm (Quadratmillimeter) Querschnitt besitzen. Bei normalen Frontboxen
(ca. 120W an 4 oder 8 Ohm) reichen etwa 2,5qmm. Im PA-Bereich ist es besser
mehr. Dort werden größere Leistungen und Kabellängen, bei
gleichen Impedanzen verwendet. 8 Ohm Lautsprecher reagieren auch nicht
so kritisch auf Kabellängen wie welche mit 4 Ohm Impedanz. Allein
der ohmsche Anteil der Leitung vergrößert die Güte und
verschlechtert damit die Präzision der Boxen.
Lautsprecherkabel verwenden, bei denen man die Polarität sehen
kann, um sie phasenrichtig anzuschließen.
Bei Cinch-Kabeln ist auch die Kabel-Abschirmung bei hohen Eingangsimpedanzen
(im Kiloohm-Bereich) wichtig, um Fremdsignale und Rauschen zu minimieren.
Das ist bei Kimber-Cable ein gewaltiger Nachteil. Da es keine Allheilphilosophie
im EMV-Bereich gibt, hilft meist nur probieren. Aber die Praxis zeigt meist,
dass Kabel mit doppelter Schirmung, bei denen der obere Schirm einseitig
geerdet wird, ein gutes Ergebnis liefern, wenn man Fremdeinstrahlung fern halten
will. (sie sind deshalb im Car-HiFi-Bereich Pflicht) Noch besser wird es,
wenn das Kabel keinen koaxialen Aufbau hat, sondern 2 verdrillte Innenleiter
(Twisted Pair). Verstärkereingänge werden meist etwas hochohmiger
ausgelegt, um Ausgänge von "nicht ganz so niederohmigen" Signalquellen
(wie früher bei DIN-Anschlüssen) nicht zu stark zu bedämpfen
damit der Pegel stimmt. Dies erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit
für das Einfallen von den Störungen.
Lesertipp:
Für die Verbindung von Vor/Endstufen-Kombis auf die
Ausgangsimpedanz der Vorstufe achten. Niemals an eine
Röhrenvorstufe (z.B. Impedanz 2 kOhm) ein hochkapazitives Kabel
klemmen. Die Konsequenzen für die Übertragungsbandbreite sind
verheerend. Lieber niedrige Kapazität und höhere
Induktivität wählen.
Es gibt auch Korrektureinheiten (z.B. fadel-art Typ MB10) Diese werden
in die Leitung geschleift und nehmen eine Impedanzanpassung sowie
Laufzeitkorrekturen vor.
Bei Digital-Kabeln sieht das alles etwas anders aus. Man könnte
ja meinen, dass bei digitalen Übertragungen über Kabel keine
Fehler möglich sind. Vor allem Jitter beeinflusst hier die nachfolgenden
D/A-Wandler negativ. Weiterhin definiert man für einen Übertragungskanal
eine Bitfehlerrate, die sagt, nach welcher Zeit statistisch ein falsches
Bit übermittelt wird. Deswegen existieren ja Fehlerkorrekturen, die
aber bei unterschiedlichen Kabeln unterschiedlich oft zum Einsatz kommen.
Und rein digitale Daten werden elektrisch nicht übertragen, es sind
immer digital modulierte (analoge!) Spannungen. Und bei SP/DIF sind sie
dazu noch relativ gering, die Low-High-Pegelunterschiede liegen bei nur
etwa einem halben Volt. Deshalb sollten diese Kabel möglichst kurz
sein. Aus diesem Grund werden im Studiobereich (AES) höhere Pegel
(+-5V) eingesetzt.
Koaxiale Ein-/Ausgänge haben einen festgelegten
Abschlusswiderstand
von 75 Ohm. Wird also ein hochwertiges 75-Ohm Kabel mit sicheren und
passenden
Verbindungen benutzt, entstehen keine nennenswerten Reflexionen und
wenn
das Kabel noch eine geringe Kapazität und Induktivität hat,
werden
hohen Frequenzen nur gering gedämpft, so dass auch HF-Signale
übertragen werden können. Der Datenstrom (CD-Format) von etwa
1,4Mb/s = 175 kB/s setzt (bei einwertiger Impuls-Übertragung) eine
Frequenzbandbreite
von theoretisch mindestens 700 kHz voraus. Allerdings wird das
Digitalsignal moduliert, um keine Gleichspannungsanteile
übertragen
zu müssen. Die Abtastrate liegt je nach Samplingfrequenz zwischen
2...3,1MHz. Laut Norm (SPDIF) ist eine Übertragungsbandbreite von
100kHz bis 6MHz notwendig. Dies ist bei hochwertigen, nicht zu langen
Video-Kabeln
(analoge Videosignale erfordern ein Minimum von 5,5MHz.) gegeben. Da
die
neueren Digital-Surroundverfahren ähnlichen Datenraten wie SPDIF
haben
(zwischen 320...1536kb/s), kann man so ebenfalls diese Kabel dafür
einsetzen. Da die Daten dann praktisch kaum noch verfälscht
werden,
ändert sich nichts am Klang. Also gibt es theoretisch keine
hörbaren
Unterschiede auf diesem Signalweg. Also sind hochpreisige
(>30,-Euro) Digital-Koax-Kabel
meiner Meinung nach überflüssig. Gute Cinch-Videokabel (z.B.
Standard-Kabeltyp RG59) sind hier ein hervorragender Ersatz und auch
preiswert. Koxiale HF-Antennen-Kabel, auch wenn sie einen
Wellenwiderstand
von 75Ohm haben, eignen sich jedoch nicht immer so sehr dafür, wie
ein Test zeigte. Diese sind anscheinend optimiert für sehr hohe
Frequenzen
(10MHz...1GHz) und haben im unteren, aber entscheidenden Frequenzbereich
Defizite.
Bei
optischen Digital-Kabeln entstehen genau aus den gleichen Gründen
Reflexionen, wie bei den koaxialen aus Kupfer. Hier entspricht eine
Impedanzänderung
eine Änderung des optischen Widerstandes. Ein optisch dichteres
Medium
hat eine geringere Lichtgeschwindigkeit als in dünneren Medien.
Dieser
Widerstand kann mit geeigneten Faserwerkstoffen und guten Verbindungen
(Stecker, Faserübergänge) minimiert werden, ist jedoch
entsprechend
teuer. Normalerweise sind erst bei größeren
Leitungslängen
andere Faserwerkstoffe, wie richtige Glasfaser statt den sonst
meist verwendeten
Kunststoffen nötig. Die Übertragung findet bei
Kunsstoffleitern
im roten, bei reinen Glasfasern im infraroten Bereich statt. Deshalb
hilft
es meist nichts, richtige Glasfaser an optische Toslink-Buchsen zu
verwenden. Hier gilt: die normalen Kunststoffleiter, die
an TOSLINK-Buchsen benutzt werden sollten zur sicheren
Datenübertragung
so kurz wie möglich sein. Laut Herstellerangaben (Toshiba) liegt
die
maximale Datenrate bei 6MBit/s und die größte
Leitungslänge
dabei bei ca. 6...10m. Um eine sichere Übertragung zu
gewährleisten,
müssen die LWL genau aufeinander liegen und plan sein, sonst kommt
es sofort zu Dämpfungen. Deshalb empfiehlt es sich hier z.B.
Stecker
mit flexibel gelagerter Metallspitze zu verwenden.
Da an offenen Ausgängen (siehe 3.) Reflexionen auftreten, ist
es sinnvoll, diese abzuschließen (zu terminieren). Bei koaxialen
also mit einem 75 Ohm Widerstand, den man in einen Cinch-Stecker einlötet
oder crimpt. Der Widerstand sollte möglichst klein sein, um die Induktivität
so klein wie möglich zu halten (Metallfilm: 1%).
Auf keinen Fall Drahwiderstände einsetzen! Auch sollte durch die Ausgangsspannung von etwa 1.6Vss eine Leistung
des Widerstands von 35mW nicht unterschritten werden. Bei optischen Ausgängen
ist das schwarze Einsteckteil Pflicht. Nicht nur um die LED zu schützen,
sondern auch Reflexionen zu minimieren, die den DAC in seiner Arbeit stören
könnten. ;)
5. Verbindungen mit Gold-Steckern:
Sie sehen nicht nur edler aus, sie haben die Funktion des
Minimierens
der Übergangswiderstände. Bei Verbindungen mit z.B.
Kupfer,...
(und Legierungen) ist der Widerstand zwar gering, er steigt jedoch
schon
nach einigen Wochen auf ein Vielfaches! Bei Gold tritt dieser Effekt
nicht
(so stark) ein. Gold hat einen etwas höheren spezifischen
elektrischen
Widerstand als Kupfer, aber er verändert sich nicht durch
Oxydation.
Und das Gold wird nur ganz dünn aufgedampft, so dass der
elektrische
Widerstand bei weniger als 0,1 mm vernachlässigbar klein ist.
Theoretisch
sollte die Verbindung zwischen Kabel und Stecker immer durch Crimpen
entstehen,
da es hier die geringsten Übergangswiderstände gibt.
Verzinnen
ist zwar eine relativ sichere Kontaktierung, hat aber einen
höheren
Übergangswiderstand.
Bei flexiblen Kabeln kommt noch der Nachteil des Aushärtens, der
zu Kabelbrüchen hinter der Lötstelle führt, wenn das
Kabel bewegt wird. Deshalb im Auto immer crimpen und nicht löten! Das Material mit dem niedrigsten spezifischen elektrischen Widerstand
ist Silber (Ag), nur marginal (10%) schlechter ist Elektrolyt-Kupfer. Bei Lautsprecherverbindungen sieht es ähnlich aus, deshalb haben
hochwertige Lautsprecherboxen vergoldete Terminals, an denen die Kabel
direkt oder mit Aderendhülsen eingeklemmt werden.
6. Spikes:
Sie bewirken, wie auch eine große Masse einen stabileren Stand
der Boxen und HiFi-Komponenten. Lautsprecher verursachen durch die Membranschwingungen
Taumel-Bewegungen (actio = reactio) der Box, die die Wiedergabe der Lautsprecher
stören. Besonders starke Bass-Schläge lassen die Box minimal
schwanken. Diese kleinen Bewegungen bewirken einen unpräziseren Tieftonbereich.
Aber auch der Hochtonbereich wirkt anstrengender und nicht so harmonisch,
da den hohen Frequenzen die tiefen aufmoduliert werden.
Bei der Anlage bewirkt der stabilere Stand bei mechanischen Geräten
(Plattenspieler, CD-Player, Kassettendeck ...) ein ungestörteres Einlesen
der Informationen und so eine bessere Wiedergabe. Bei Verstärkern,
Tunern, Vorstufen ... wirkt, meiner Ansicht nach, auch der Abstand zu den
benachbarten Geräten. Der Abstand reduziert Einstreuungen (vor allem
magnetische Felder) auf die Geräte untereinander. Das sorgt für
ungetrübteren Klang. Elektrische Felder lassen sich durch Metall relativ
gut abschirmen, magnetische Felder jedoch nur schwer.
Aber es gibt auch einen Einfluss der Bewegung von anderen Komponenten
auf den Klang, über die Stärke dieser Mikrofonie-Auswirkungen
kann man spekulieren. Deshalb gibt es auch spezielle HiFi-Racks, die Spikes,
Quarzsand-gefüllte, stabilen Rohren und schwingungsarme "Platten"
besitzen. Unterschiede aber heraus zu hören ist, wenn überhaupt,
dann sicher nur mit Anlagen jenseits der 10 000 Euro möglich.
Aber selbst die Temperatur und der Luftdruck in den Komponenten
haben
einen Einfluss auf die Qualität der Wiedergabe. Deshalb
werden
die Weichenbauteile von High-End-Lautsprecherboxen auch vergossen und
sie
befinden sich außerhalb des Luftvolumens der Lautsprecherchassis.
Obwohl sich die TS-Parameter der Lautsprecher abhängig von der
Leistung (Temperatur) verändern, kann man das hier kaum verhindern.
Deshalb müssen auch Verstärker etc. warm laufen, da die Bauelemente
auf Betriebstemperatur ausgelegt wurden.
7. Lautsprecheraufstellung:
Nur Probieren hilft, um den optimalen Ort für sie zu finden. Aber
Aussagen zu Grundtendenzen sind bereits möglich. Lange kahle Wände,
wenig Möbel, harte Fußböden (ohne Teppich etc.) das sind
Basskiller! Eckenaufstellung der Boxen bewirkt zwar ein Verstärken
des Bassbereichs, der Pegel ist jedoch stark standortabhängig,
und der Bass wird unpräzise. So ist zum Beispiel genau in der Mitte
des Raumes meist kein Bass, da sich durch die Wände die ziemlich
langwelligen Schalle (5...20m) auslöschen. Dämmung des Raumes
hilft. Man muss versuchen den optimalen Kompromiss zwischen kahlen
Wänden (New Art-Wohnungen) und stark gedämpften Räumen (wie
z.B. Omis Wohnzimmer) zu finden. Auch wird durch einfaches Verstärken
des Basses (auch am Verstärker) dieser unpräzise und dröhnig,
was nicht gerade erstrebenswert ist. Was hilft es, wenn der Bass an einer
Frequenz zwar laut ist aber nur dröhnt - Das hat nichts mit HiFi zu
tun, das ist Krach! (Wird der Schall an einer Wand optimal reflektiert,
ergibt das ein Gewinn von 3dB, bei einer Ecke sind so theoretisch bis zu
9dB drin. Aber nicht alle Frequenzen werden gleich verstärkt.) Achtung
bei speziell angepassten Lautprechern, wie z.B. Eck-Hörnern,
die um Austrittsfläche zu sparen, in die Ecke gestellt werden müssen,
da man die Zimmerwände mit nutzt.
Zur richtigen Ortung müssen bei konventionellen Lautsprechern
beide gleich weit entfernt sein, um die optimale Räumlichkeit zu erreichen.
(Stereodreieck) Vor allem Omnipolar-Systeme erweitern dieses Bereich.
Auch sollten die Lautsprecher nicht zu nah an Wänden und Möbeln
stehen, um richtig zu klingen. Aber nicht jede Box eignet sich für
jeden Raum und so sind auch die sinnvollen Wandabstände bei jeder
Box anders. Bei den meisten Boxen sollte der Abstand zu Wand oder Möbeln
mindestens 40...50cm betragen.
Noch ein Tipp für Nutzer von DOLBY SURROUND: (egal ob Matrix-,
Simple- oder Pro-Logic-Decoder) Die beiden hinteren Lautsprecher gegeneinander
verpolen um ein diffuses Klangbild zu erzeugen. Also einen der beiden Lautsprecher
verpolt anschließen und beide nicht zu weit auseinander stellen. Dies
ist äußerst sinnvoll, besonders wenn man hinten nicht über
Dipolstrahler verfügt. Das gilt nicht für THX, Dolby Surround PL II und Mehrkanal-Digitalsysteme.
8. Komponenten: (Warnung, Garantie erlischt, nur von Fachleuten
durchzuführen)
Man kann nicht nur die Verbindungen etc. zwischen den einzelnen Komponenten,
sondern auch die Komponenten selbst optimieren, so dass sie zur Hochform
auflaufen. Das ist besonders bei Geräten des oberen Mittelklasse-Segments,
bei denen die Garantie (meist 1 Jahr) bereits abgelaufen ist, zu empfehlen.
- Das "Tunen" kann am einfachsten durch das Verbessern der Stromversorgung in
den Geräten geschehen. Bessere Innenverkabelung ist besonders bei
Verstärkern eine sinnvolle Möglichkeit, um noch mehr aus ihnen
herauszuholen. Manche Leute entfernen sämtliche Ausgangs-Relais und
Schutzvorrichtungen aus ihren Verstärkern, um noch ein Quäntchen (Klang
keine Leistung!) mehr herauszuholen. Hilft zwar, aber Vorsicht! Ein ausgangsseitiger
Kurzschluss zerstört sofort die teuren Endtöpfe! Sonst hilft
noch ein Austausch der Ausgangsrelais gegen Modelle mit geringerem Innenwiderstand.
Optimal sind hier vergoldete Kontakte oder mit einem Schutzgas. Die Komponente ohne Schutz sollte man nicht
verborgen und sicher anschließen. Jede Verringerung des Innenwiderstandes
am Verstärkerausgang wirkt sich klangverbessernd aus, weshalb in höherpreisigen
Geräten auch mehrere (meist 2...10) Endstufentransistoren parallel geschaltet
werden.
- Besonders Verstärker (aber auch andere Komponenten) spielen noch
einmal freier und schöner, wenn man ihnen zusätzliche Elkos (Elektrolytkondensatoren)
und Folienkondensatoren für die Stromstabilisierung spendiert. Dabei
ist auf die zulässige Maximalspannung der Elkos achten! Viel hilft
viel, und mehrere kleinere sind besser als ein großer, da sie durch
die Parallelschaltung einen geringeren Innenwiderstand besitzen. Dadurch
wird die Versorgungsspannung zusätzlich stabilisiert, das heißt,
dass auch die Ausgangsspannungen näher an den Sollwerten liegen,
besonders bei steigenden Ausgangsleistungen.
Im Einzelfall kann dieses Aufrüsten zu Problemen führen, da die Einschaltströme dadurch ebenfalls ansteigen.
- Auch für CD-Player und DA-Wandler empfiehlt es sich
die Stromversorgung mit fetten Elkos zu stabilisieren. Zusätzlich
machen sich kleine MKT-Kondensatoren (z.B. 220 nF) vor und hinter den
Spannungsreglern positiv bemerkbar. Sie sorgen für eine weitere
Unterdrückung aufmodulierter Hochfrequenz aus den Digitalbaugruppen.
- Koppelkondensatoren zwischen den Analogstufen werden oft als Elkos
ausgeführt, deshalb sollten sie durch ein Folien-C (z.B. MKPs, Zinnfolie),
etwas höherer Kapazität ersetzt werden, um diese klangliche Unzulänglichkeit
verschwinden zu lassen. Sollte das aufgrund der Größe (>10µF
bei niederohmigeren Eingangswiderständen der nachfolgenden Stufe)
nicht möglich sein, hilft es oft schon, wenn man Folienkondensatoren
parallel schaltet. Elkos im Signalweg sind immer ein Kompromiss, da
diese u.a. schon einen Gleichspannungs-Offset benötigen, um richtig
zu funktionieren und hochfrequenten Strömen einen anderen Widerstand
entgegensetzen als ein konventioneller Folien-Kondensator. Es gibt selbst
bei den Folien-Cs Unterschiede, je nach Metallsorte, -Oberfläche und
Dielektrikum-Material.
- An Verstärker-Eingängen sind zur
HF-Einstrahlfestigkeitsverbesserung Kondensatoren nach Masse
geschaltet, die begrenzen aber die Bandbreite. Entfernt man diese
Kapazitäten verbessert sich das Impulsverhalten, die
Räumlichkeit und die Darstellung von Feinheiten im Obertonbereich.
Auch Stimmen klingen besser, es verschwindet eine gewisse Rauigkeit. (Tipp eines Lesers)
- Weiterhin hilft es, die Bauteile gut zu befestigen, statt sie frei
schwingen zu lassen (Mikrofonie-Einflüsse) Das trifft auf Kondensatoren
(auch Elkos) genauso zu wie auf den Netztrafo, der immer verklebt sein
sollte. Ein guter Netztrafo (am besten mit Ringkern) ist immer eingegossen,
um jede Schwingung so stark wie möglich zu bedämpfen.
- Will man einen älteren CD-Player tunen, kann man die Abtastung
noch einmal verbessern, indem man erstens die Fotodiode in einem besseren
Arbeitspunkt betreibt. Dies gelingt durch eine daneben angebrachte (blau
soll angeblich optimal sein) LED, die einen Offset auf die Fotodiode bringt.
Die Spannungsversorgung (DC) der LED muss hervorragend stabilisiert
und sauber sein, damit sie nicht flackert, auch wenn es nicht sichtbar
ist. Das Ergebnis ist neben dem besseren Klang zusätzlich ein besserer
Rauschabstand des Players. Dies ist besonders sinnvoll, wenn man nur das
Laufwerk, nicht aber den DA-Umsetzer, also neben dem Player zusätzlich
einen externen Wandler verwendet. Wenn man vom Playerinneren möglichst
viel Fremdlicht fern hält, ist man dann auch immer auf der sicheren
Seite.
- Wer weiter gehen will, kann auch Bauteile ersetzen. Billige
Standard OPVs wie den beliebten Doppel-OPV NE5532 durch schnellere
Burr-Brown OPA2604 oder gute Alternativen von Analog Devices austauschen. (Leser-Tipp)
- Auch lassen sich preiswertere Lautsprecherboxen optimieren,
indem man
billige Weichen mit besseren Bauteilen bestückt, oder die
Abstimmung
verändert, z.B. die Güte der einzelnen Zweige verkleinert.
Ein Probe hören ist aber nötig, ein Nachmessen wäre noch
besser.
9. Störeinstrahlung (vor allem bei PCs):
Obwohl in den CE-Normen sehr genau geregelt ist, was wie stark streuen
darf, wird es besonders im Computerbereich oft vernachlässigt. Kommen
zum Beispiel die Störgeräusche von der Soundkarte selbst, ist
oft Not am Mann. Hier hilft z.B. ein Umstecken der Soundkarte im Rechner.
Also diese ganz nach unten und die Grafikkarte (AGP und PCI-E sind eh dort) ganz nach oben: Das hilft sehr oft, da heutzutage
besonders die hoch getakteten Grafikbeschleuniger "streuen".
SCSI-/SATA-Controller, Netzwerk- und Video-Karten sind lange nicht so "strahlend",
so dass sie auch näher an der Soundkarte stehen können.
Viel (Abstand) hilft viel. Zusätzlich kann man auch die Soundkarte
zusätzlich abschirmen, indem man Alufolie beidseitig mit Papier oder
Pappe beklebt und diese links und rechts neben der Soundkarte befestigt.
Die Metallfolie darf keine Verbindung zu den Anschlüssen haben. Dann
sind die Alufolien noch mit der Masse des Rechners (Gehäuse) zu verbinden.
Und, wenn möglich, evtl. interne Verstärker abschalten, die rauschen
nur...
ISA-Karten waren gegenüber PCI in Sachen Einstreuung im
Vorteil, sie werden bei neuen Rechnern aber nicht mehr unterstützt. Tuning: Meine alte Terratec Maestro 32 wurde vom überflüssigen
Ballast, wie dem billigen Lautstärkepoti und den internen Zusatzanschlüssen
(Stecker für Line in/out etc.) befreit. Dabei ist zu beachten, dass
die Durchkontaktierungen erhalten bleiben und Festwiderstände als
Abschluss am Ausgang eingelötet werden sollten. Auch eine zusätzliche
Bereinigung der Stromversorgung auf der Karte hilft weiterhin. So kann
man den SNR noch einige Dezibel nach oben zu treiben, im gesamten Frequenzbereich
von 20Hz...20kHz (+-1,5dB). Aber auch im "normalen" HiFi-Komponenten sind Einstrahlungen problematisch.
Deshalb sind gute solide Metallgehäuse (kein Plastik-Müll) hierbei
Pflicht. Verbesserte Isolation der (elektrischen und magnetischen) Strahlung
von anderen Teilen des Geräts kann dem Klang auf die Sprünge
helfen. Das fängt beim Trafo und dem gesamten Netzteil an und hört
bei den empfindlichen Eingangsstufen auf, besonders bei den Phono-Eingängen.
10. Digitale Kopien:
Bei den heutigen Preisen für CD-Brenner und Rohlinge ist die MiniDisc
überflüssig. Aber auch beim CD-Kopieren ist einiges zu beachten.
SONST KÖNNEN CD-KOPIEN STÄRKER RAUSCHEN UND KNACKSEN. Von den
Sprüngen u.s.w., die ich bei einigen gebrannten schon gehört
habe, will ich gar nicht reden.
Kopierschutz? Das Einlesen der Audio-CD wird hierbei immer unterschätzt. Hier
meine ich insbesondere PC-Laufwerke, aber auch billige HiFi-Brenner. Hier
ist ein hochwertiges Laufwerk Pflicht, das Digital Audio-Streaming unterstützen
muss, nur so hat man die Grundlage für echte 1:1 Kopien.
Nun gibt es schon mehr Laufwerke als früher.
Trotzdem mein Tipp ist immer noch: Plextor-CD-ROMs, die ein genaues
Einlesen ermöglichen. (Siehe auch Tipp 13)
Das CD-ROM sollte, um absolut sichere 100%-ige Kopien zu erstellen, noch
ausgebremst werden, ich empfehle z.B. 8-fach Speed. (Das würde
z.B. das Lesen einer Sampler-CD immer noch unter 10 Minuten und das eines
Albums unter 5 Minuten erlauben, das reicht doch!) Ein Auslesen mit mehr
als 12fach-Speed kann ich (vor allem bei älteren CDs oder gar CD-Rs)
nicht empfehlen.
Wer anfängt die analogen Ausgänge des CD-ROMs und die Soundkarte
zu verwenden, kann das sein lassen, die Qualität liegt noch unter
der, von guten HiFi-Kassettendecks. Die Digitalausgänge des CD-ROMs
an die Digital-Eingänge der Soundkarte anzuschließen ist eine
Notlösung, die aber bei guten Komponenten und tadellosen CDs funktioniert.
Eine bessere Alternative ist dabei jedoch eine hochwertigere Soundkarte
mit Digitaleingang und ein externer HiFi-CD-Player, der über seinen
Digital-Ausgang mit der Karte verbunden wird. (Das erlaubt auch legale Kopien von kopiergeschützten CDs.)
Das Einlesen über ein CD-ROM erfolgt ohne Komprimierung auf die
Platte, um da zur Not nachbearbeitet zu werden. Hier meine ich nur Maximieren
/ Normalisieren auf 99% und das Schneiden, wenn man Stücke von verschiedenen
CDs nimmt. Equalizer, Surround-Funktion und anderer klanglicher Schwachsinn
sind bei heutigen Aufnahmen überflüssig. Meine Empfehlung für die Einlesesoftware ist AudioGrabber oder ExactAudioCopy
und der sektorsynchronisierte Modus, der dauert zwar, abhängig
vom Laufwerk noch einmal bis etwa 4 mal länger, ist aber besser und
bei trackübergreifenden Stücken (z.B. Live-Alben) sogar Pflicht,
um die Titelübergänge korrekt einzulesen. Sonst kommt es zu Knacksern
oder Aussetzern beim Übergang. Da das Programm sehr harwarenah arbeitet,
ist während des Einlesens auf andere Arbeiten am Rechner zu verzichten.
So ist auch das ganze automatische Energie- (Standby, Screensaver etc.),
Virenscanner- und Datenorganisations- Management, also aller überflüssiger
Schrott im PC, vorher abzuschalten, sonst kommt es eventuell zu Synchronisationsproblemen.
In WinDAC ist noch einzustellen: Nullsamples nicht entfernen und Thread-Priorität
hoch. Beim AudioGrabber ist im allgemeinen die Dynamic Sync-Width-Methode
der beste Modus zum Einlesen, das ist aber abhängig vom Laufwerk.
Als Brenner ist ein Markenbrenner empfehlenswert. Große Unterschiede
kann ich dann dabei nicht bestätigen. Aber es zeigte sich bereits,
dass die billigen (E-)IDE-Brüder öfters mal einen Rohling
verbrennen. (Viele uralte IDE-Brenner unterstützten noch keinen U-DMA-Modus
und bremsen so den Rechner gewaltig aus.) Wichtig sind hier noch die CD-Text-Option
und zum Erstellen von CD-ROM-Kopien die RAW-Fähigkeit. Ich empfehle
beim Brennen von Audio-CDs die diversen Pufferleerlaufschutz-Verfahren
(Burn-Proof etc.) abzuschalten. Nur so erhält man einwandfreie CD-Rs. Audio-CDs werden immer komplett im Modus: "Disk
At Once" und nicht "Track At Once" gebrannt, sonst kann Knacksen
zwischen den Titeln entstehen.
Zur Brenngeschwindigkeit kann ich sagen: Je geringer, desto besser.
Und bei den heutigen Platten, z.B. U(2)W-SCSI (oder auch U-DMA, wenn nicht
nur die Harddisk, sondern auch der Brenner das unterstützt) kann man
ja nebenher weiterarbeiten, da kann man die etwas längere Brenndauer
(max. 20min. bei 4xSpeed) verschmerzen. Ich empfehle (mind. 2) getrennte
Festplatten, damit die Daten zum Brenner immer von der kommen, auf der
man nicht gerade arbeitet. Die geringen Prozessorauslastungen von unter
10% bei neueren Prozessoren und die hohe Thread-Priority des
Brennprogramms sorgen dabei normalerweise für keine Probleme.
Ich würde besonders bei Audio-CDs nie mehr als 4 oder 8fach brennen
empfehlen. Einige Tests haben bestätigt, dass sogar bei Daten-CDs,
die obwohl mit dem gleichen Markenrohlingtyp (TDK) 4-fach gebrannt wurden,
in normalen (RW-fähigen) 48x-CD-ROMs langsamer ausgelesen werden konnten
als die in Single-Speed gebrannten. Die Kontur der Pits auf der Oberfläche
ist im allgemeinen akkurater, wenn man langsamer brennt. Das hängt
aber auch vom Rohling ab, manche haben bei niedrigen Geschwindigkeiten
eher Probleme, wenn sie auch für z.B. 48x freigegeben wurden. Ob es Qualitätsunterschiede der gebrannten Audio-CDs zwischen
diversen Brennprogrammen gibt, kann ich nicht eindeutig sagen. Ich glaubte
das zwar zuerst nicht, aber (z.B. bei Feurio) hatten schon mal einige
Audiotracks Datenmüll enthalten. DA HILFT NUR: NEUE TREIBER
UND FIRMWARE BESORGEN!
In der Bedienung war WinOnCD dabei das beste, es enthält leider
zahlreiche Bugs und es fehlten einige Features, ansonsten ist NERO hier
eine gute Wahl.
Man sollte keine billigen Rohlinge (z.B. Noname) verwenden. Das hat
auch einen guten Grund, da der Brenner bei solchen CD-Rs oft nicht mit
korrekten Einstellungen (Brennleistung) brennt. Nur Markenhersteller garantieren
auch die Langlebigkeit der CD-Rs. So hatte ich schon einige Scheiben (Koch,
Traxdata), die nach einigen Monaten nicht mehr sauber gelesen werden konnten.
Im allgemeinen kommen die meisten CD-Player am besten mit stark reflektierenden
Gold-Rohlingen zurecht. Einer meiner Favoriten ist KODAK Gold. Die Traxdata
Gold sind dagegen überhaupt nicht zu empfehlen, obwohl die alten Vorgänger
6x noch gut waren. Bei den blauen Rohlingen kann es bei einigen Playern
(Ich habe das z.B. bei einem SONY-Gerät festgestellt.) Probleme geben,
da diese das rote Laserlicht nicht so optimal reflektieren.
Bei Überlängen-CDs habe ich weniger Probleme gehabt, von
alten Playern werden sie im allgemeinen besser akzeptiert. Die Qualität
der goldenen 80er von Memorex sind stark abhängig vom Laufwerk und
dem einzelnen Rohling, von totalem Schrott bis hervorragend war alles dabei!
Das Problem: Hat man erst einmal eine gute Rohlingsorte gefunden, ändert
der Hersteller nach relativ kurzer Zeit wieder die Mischung, leider fast
immer zum schlechteren. Die Rohlinge werden immer billiger, aber auch qualitativ
schlechter. Es ist schon schwer richtig gute Rohlinge zu finden, da die
meisten nur noch Wühltischware für unter 50ct. kaufen, statt
auf Qualität zu achten. Als früher (1998) nur Rohlinge von Markenherstellern
(Stück ca. 1...4Euro) zu kaufen waren, war die Qualität insgesamt
wesentlich besser. Auch kaufen die Hersteller bei Engpässen woanders
Rohlinge auf... die Qualität kann schon eine andere sein.
Es ist möglich, reine HiFi-CD-Rs zu kaufen, die zwischen 1 und
2 Euro kosten. Diese CD-Rs kosten aufgrund einer GEMA-Kennung mehr, die
auf diesen CDs sein muss, damit HiFi-CD-Recorder diese annehmen. Die
Hersteller führen dazu eine Betrag an die Musikindustrie ab. Da diese
Rohlinge aber direkt für Audio-CD-Player gedacht sind, ist ihr Reflexionsverhalten
meist etwas besser, da hier nicht so stark gespart wird, wie bei billigen
Computer-CD-Rs. CD-Recorder erzeugen aber auch nicht immer 100%-ige
Kopien, weshalb man hier, sofern man wirklich unbedingt einen haben will,
doch schon einen etwas teuren nehmen sollte und keine Billig-Angebote.
Neue Rohlinge sind optimiert für hohe Geschwindigkeiten (48x), so
kann es mit langsameren Brennen dann zu nicht so guten Ergebnissen kommen.
Das Problem gibt es bei Audio-CD-Rs nicht.
Jeder neue Brenner kann zwar CD-RWs brennen, da diese jedoch
einen wesentlich geringeren Reflexionsfaktor (etwa 20 statt 70%) besitzen,
ist das Auslesen (auch auf RW-Playern) schwerer, weshalb ich sie für
Audio überhaupt nicht empfehlen kann. Vorteil der neuen Player, die
auch CD-RWs unterstützen, ist aber meist eine bessere Abtastung und
Fehlerkorrektur, was wieder einen besseren Klang besonders bei leicht zerkratzten
Standard-CDs und vor allem CD-Rs bewirkt.
11. Harddisk-Recording
Wie man eine CD-Kopie macht, ist klar, aber wie sieht es bei analogen
Quellen, wie Schallplatten, Kassetten, Tuner etc. aus? Normalerweise ist
die LP (z.B. alte Alben) die Quelle. Um jegliche Verschlechterung auszuschließen,
sollte man dazu die Signalquelle direkt über ein hochwertiges Kabel
(oder Adapter) an die Soundkarte anschließen. Bei Plattenspielern
ist natürlich eine hochwertige Phono-Vorstufe (hier
zum Selbstbau), passend zum System dazwischen zu schalten. Üblich sind magnetische Systeme, die mit bewegtem Magnet engl. Moving Magnet
(MM) arbeiten. Seltener sind Moving Coil-Systeme (MC), bei denen der Magnet
feststeht und die Spule bewegt wird. Die Ausgangsspannung ist bei denen
meist etwas (teilweise Faktor Zehn) geringer, was wiederum schlechter für
den Rauschabstand ist. Zur Qualität von Schallplatten lässt
sich nichts allgemeines sagen, die Unterschiede beim Knistern und Knacksen
sind enorm.
Wichtig: Für die Soundkarte gilt Tipp 12!
Kassetten eignen sich durch das stärkere Rauschen meist nicht.
Bei guten, nicht zu alten Aufnahmen vor allem mit einem
DOLBY-Rauschminderungssystem hat man jedoch auch dafür eine
ausreichende Grundlage. Zur Not kann man mit Denoisern die Aufnahme noch etwas vom Rauschen
befreien, die verschlechtern aber oft den Klang!
Das Sampling sollte in der maximalen Qualität erfolgen, die die
Soundkarte bietet, wenn mehr als 48 kHz Samplingrate möglich sind.
Optimal sind dann 96kHz/24Bit, bei "gewöhnlichen" Soundkarten sollte
man aber trotzdem 44,1 statt 48kHz nehmen. Grund dafür ist, dass
das Downsampling von 48 auf 44,1kHz (was für die CD nötig ist)
mehr klangliche Nachteile mit sich bringt als man durch die nur unwesentlich
höhere Samplingfrequenz (9%) gewinnen würde.
Die Aussteuerung sollte so hoch wie möglich erfolgen, das ist
besonders beim 16Bit-Sampling wichtig. Vorher testen und die Peaks bei
etwa -2dB aussteuern. Aber Vorsicht vor Übersteuerungen, diese sind
der Tod für die Aufnahme. Also dann noch einmal versuchen. 16Bit-Auflösung
erlaubt eine maximale Dynamik von über 90dB, da das Quantisierungsrauschen
(je nach Aussteuerung) hier bei etwa 96dB liegt. Besonders bei der Aufnahme
trumpft die 24Bit-Karte hier auf, da die Dynamik und das Rauschen bei
mehr als theoretischen 140dB liegt, so sind auch eventuelle Nachbearbeitung
weniger "klangentziehend".
Normalerweise ist nur eine manuelle Nachbearbeitung (Schneiden der
Tracks, Ausbügeln der großen Knackser bei Platten, ggf. Ein
und Ausblenden, Normalisieren auf 99% Maximalpegel) nötig. Zum Schluss vor dem Brennen auf CDs nicht vergessen, wenn nötig
die Daten auf das Format 44,1kHz/16Bit/PCM/Stereo runter zu rechnen.
12. Soundkarte
Hier
scheidet von vornherein Billig-Schrott aus, also Karten unter 50,-
Euro, da dort bereits an den Wandlern gespart wurde. 16Bit/48kHz allein
sagt nur etwas über die maximal erreichbare Qualität aus.
Hierbei
sind theoretisch etwa 96dB SNR erreichbar, das müssen aber auch
die
analogen Stufen unterstützen. Messungen ergaben besonders bei
billigen,
älteren Karten oft Werte unter 70dB! Das schafft sogar mein
analoges Kassettendeck mehr! Die mit Abstand schlechtesten Werte haben
On-Board-Sound-Eingänge. (Von PC-Zeitschriften und auch mir
selbst gemessen!)
Gute Karten erreichen über 85dB. Bei den neuen Karten ist der
DA-C schon wesentlich besser als bei älteren Karten, also sind die
Unterschiede bei der Wiedergabe gering. Die AD-Converter, die man
für
das Harddisk-Recording braucht, sind aber nach wie vor dort klanglich
oft
sehr problematisch. Hier ist eine hochwertige Soundkarte Pflicht.
Man kann auch einige aktuellen On-Board-Soundkarten nutzen, wenn man
sie ausschließlich, über digitale Ein- und Ausgänge anschließt.
Problematisch heute: Man muss sich evtl. entscheiden, ob
man spielen oder die SC für Aufnahmen verwenden will. Neuere PCI-Karten
sind mit Audio-Beschleunigern (Aureal etc.) ausgestattet, die für
die 3D-Spiele benötigt werden, die Klangqualität (im Vergleich
zur Profi-Technik) bleibt beim Rest oft auf der Strecke. Für etwas
mehr Geld (ab ca. 200,-Euro) gibt es semiprofessionelle Karten mit Digital
in/out (coax und optical) und guten 24Bit/96kHz/Stereo (oder 4-Kanal) DA-/AD-Wandlern.
Auch die Verarbeitung erfolgt immer auf 24Bit-Ebene. Im Consumer-Computer-Bereich wird im Moment viel auf billige Produktion
ausgelegt, wie bei den tönenden Joghurtbechern, die man als Boxen
verkauft, zu sehen und zu hören! Man verkauft auch Dolby Digital Soundkarten
und Mini-Boxensysteme für den Computer, die aber nur eins sind: Schrott!
Deshalb: die digitalen AC3-Ausgänge einer Soundkarte benutzen und
diese einem richtigen "Decoder mit Verstärker" zuführen.
Kombi-Karten, wie die Creative-Live Platinum (ca. 150,- Euro) oder Terratec
DMX (ca. 120 Euro) sind immer Kompromisse, die aber für den üblichen
Anwender vollkommen ausreichen, weshalb ich diese hier auch empfehle.
Ein Feature bieten neue Karten noch: Dolby-Digital-Datenströme
eines DVD-Players werden (bei richtigem Programm) verlustlos nach außen
durchgereicht. Sie ermöglicht jedoch nur Verarbeitung mit (reicht
meist) 16Bit/48kHz, besitzt dafür u.a. einen optischen Digitalausgang
und einen elektrischen (internen) SP/DIF-Eingang. Wie man diesen Eingang
auf einen optischen ändert, steht hier.
13. Kopierschutz:
Zuerst mal etwas generelles: Es existiert bis heute kaum ein verbreiteter
Kopierschutz, der nicht geknackt werden konnte.
Ich
kaufe, seit dem Kopierschutzverfahren für Audio-CDs kamen, keine
CDs mehr, die einen Kopierschutz enthalten, da ich die CDs auf dem PC
nicht
abspielen kann, es sei denn im Nahe-Telefon-Qualität-Format.
Und mir damals von den gekauften (geschützten) CDs jedes mal Kopien
zu erstellen,
die dann auch auf allen CD-Playern laufen, war mir zu doof, heute ist
das sogar verboten! Für gute Qualität bin ich bereit zu
zahlen, aber für
schlechte CDs, die dann noch geschützt werden, NEVER!
Da im Sommer 2003 das Urheberrecht geändert wurde, ist es nun nicht
mehr gestattet, ein Kopierschutzverfahren direkt zu knacken oder einen (an sich wirksamen ;)) Kopierschutz auszuhebeln. Die Privatkopie ist (wie zuvor) prinzipiell nicht verboten.
Da einige CD-Laufwerke aber gegen das Rippen von solchen,
geschützten CDs immun sind, ist dann das Einlesen und Umwandeln
der CD (rein theoretisch) wieder legal. Paradox, dass es nicht
interessiert, ob man kopiergeschützte CDs kopiert, sondern wie man
das macht. Das ist aber sichtlich eine rechtliche Grauzone.
Das heißt auch, wer seine Audio-CD
in den Audio-CD-Player steckt und dann digital mit der Soundkarte aufnimmt, macht
eine legale, digitale Kopie, da man den Kopierschutz nicht aushebelt. (er ist so ja von Natur aus nicht wirksam...)
Da nicht nur das Umgehen selbst, sondern auch die Veröffentlichungen zum Knacken verboten sind, darf niemand
mehr beschreiben, wie diverse Kopierschutz-Verfahren umgangen werden
können. Die Musikindustrie mahnt auch jeden sofort ab, der das knacken nur annähernd irgendwie beschreibt...
Rechtslage in Deutschland (Stand 05-2003): Das Kopieren von
Daten-CDs, Audio-CDs, VHS-Videos und DVDs ist nur unter bestimmten Voraussetzungen
gestattet. Dazu zählt das Erstellen von Sicherheitskopien, obwohl
einige Gerichte dies auch anders sehen... Aber auch das Brennen von Audio-CDs,
die man z.B. im Auto hören will, ist gestattet, solange man Original
und Kopie nicht gleichzeitig verwendet und Kopien (oder auch Originale)
nicht weiter gibt. Kopien sind nur für den Privatgebrauch (Sicherheitskopie) und auch hier keine (auch unentgeltliche)
Weitergabe.
Wer einen Kopierschutz knackt oder gezielt umgeht, verletzt das Urheberrecht. Seit 2002 muss nach geänderter Rechtslage der CD-Hersteller
auf dem Cover auf einen evtl. vorhandenen Kopierschutz hinweisen. |
Damit alle
Audio-Player geschützte CDs abspielen, sind die Tracks
konventionell
darauf vorhanden, nur das Inhaltsverzeichnis der CD, das TOC (Table of
contents) enthält falsche Einträge, die CD-ROM-Laufwerke
sogar
blockieren lassen können. Leider sind neuere Verfahren noch
schlimmer, sie bringen definiert Fehler in den Datenstrom ein, die bei
gealterten CDs mit Kratzern dann deutlich früher hörbar
werden. Ein Audio-CD-Player repariert diese Fehler, die meisten CD-ROMs
oder DVD-Laufwerke lesen aber einen falschen Wert, so dass es zum
Knacksen oder sogar springen bei der Wiedergabe kommt.
Diese Un-CDs entsprechen nicht dem CD-Standard, weshalb auch kein compact-disk-Logo mehr auf der Hülle aufgebracht sein darf.
Bei anderen Verfahren wird sogar versucht, gezielt gegen Raubkopierer
vorzugehen, da diese bei Kopierversuchen Einstellungen im
Windows-System verändern. Das dürfte sicher die Anwälte
freuen, da diese Verfahren gegen geltendes Recht (Programmieren von Viren?)
verstoßen. XCP von SONY? -> so-nie ;)
Und diese DRM-WMA-Files oder das apple-Pendant, die man
legal
im Internet downloaden kann, will auch kaum einer haben, da man diese
Dateien in nur sehr wenigen Playern, kaum einen (richtigen) Autoradio
und keinen
Linux-PCs etc. direkt
wiedergeben kann. Man darf (bzw. kann) sie nicht knacken, jedoch kann
man den Rechte-Schutz legal umgehen. Hat man das Recht, mind.
eine Audio-CD(-RW) zu brennen, kann man das tun und diese legal-freie
Version rippen und legal in ein MP3 umwandeln, um es z.B. im Auto
abzuspielen. Und wieder: Es ist nicht entscheidend, dass man die
kopiergeschützte Datei umwandelt und dann kopiert, sondern wie man
es macht...
Analoge Videokopierschutzverfahren, wie MacroVision (Version 1...4),
die auf Videokassetten und DVDs eingesetzt werden, erzeugen
nicht sichtbare
Impulse, die die Videoeingangsstufe des Videorecorders stören. Die
Lizenzinhaber bestehen darauf, dass solche VHS- oder DVD-Recorder
nicht immun dagegen werden.
Da dieses Verfahren im analogen Videosignal enthalten ist,
lässt
es sich nicht direkt digital speichern, eine Information auf der DVD
sorgt
dafür, dass der DVD-Player selbst dieses Signal erzeugt. Aber auf DVDs existieren ja noch weitere Schutzverfahren wie CSS (Content
Scrambling System) und RPC (Regionalcode). Einige Infos hierzu sind auf
meiner Videoseite.
14. Lagerung Datenträger, Bänder und Bandlaufwerke (auch
Videorecorder) :
Obwohl heute immer weniger Bänder benutzt werden, gibt es sie noch
immer, sei es in alten Videorecordern, Kassettendecks oder DAT-Recordern. Zum
Schutz der Bänder sollten diese von Magnetfeldern (Lautsprechern,
Fernsehern, Motoren etc.) ferngehalten werden. Auch große Temperaturänderungen
oder hohe Luftfeuchtigkeiten sind alles andere als optimal. So sollten
sie bei niedriger Raumtemperatur (ca. 15°C) gelagert werden. Bei höheren
Temperaturen verstärkt sich der Kopiereffekt, eine magnetische Lage
ist dann (bei Analogmaterial) leise auf der anderen daneben (an der Stelle,
die früher b.z.w. später kommt) mit vorhanden. Irgendwann gibt
es Echos... Auch durch den Erdmagnetismus werden Bänder mit der Zeit
schlechter, weshalb Studio-Originale in schweren Safes abgeschirmt liegen...
(Das mit der Temperatur gilt eigentlich ebenso auch für CDs, DVDs) Da
Bänder beim Kauf durch die Herstellung oft etwas zusammenkleben,
sollte
das neue Band erst komplett einmal vor- und wieder zurück gespult
werden,
bevor man es das erste Mal benutzt. Auch Bänder die (vor allem
durch
billige Laufwerke) ständig hin- und hergespult wurden, können
so wieder in eine gleichmäßige Lage gebracht werden.
Gleiches gilt für Tapes, die lange irgendwo lagerten. Dann
läuft
das Band im Recorder wieder leichter und gleichmäßiger.
15. Erstellen von MP3-Dateien
Notwendige Programme: (Freeware für Windows)
Hinweis:
Win32-kompiliertes LAME am besten von anderer Quelle downloaden, Dann
im LAME-Install-Verzeichnis die INF-Datei auswählen und mit
Rechtsklick im Menü "installieren".
Damit LAME im Audiograbber ausführbar ist, die lame_enc.dll aus dem LAME-Ordner in das Audiograbber-Verzeichnis kopieren.
ASPI sollte installiert sein, das ist üblicherweise bei einem Brennprogramm (z.B. Nero) dabei.
Bei Winamp ist eine empfehlenswerte Version 2.9x oder die neuen 5.2.x...
15.1 Zuerst erfolgt das Rippen (weitere Hinweise siehe Tipp 10)
Um die Titelnamen und Interpreten zu erhalten, kann man zuvor die
CD-Text-Info einlesen, die aber nur auf wenigen Kauf-CDs enthalten
sind. Oder mit FreeDB aus dem Internet die Daten erkennen lassen. (geht
natürlich nur bei unveränderten Alben, Maxis oder Samplern)
Infos zum Jahr und Genre werde ebenfalls in den ID3-Tag geschrieben.
Man kann neben dem Jahr, Albumnamen auch manuell bei jedem Track Titel
(und Interpret bei Compilation/Sampler) angeben.
Die Daten werden im PCM-Format (unkomprimiert) 44100Hz/Stereo/16 Bit in WAV-Dateien auf der Platte gespeichert.
Zuerst werden alle Dateien gerippt, danach zu MP3s komprimiert.
Einstellung: MP3-Datei über temporäres WAV
Bei genügend freiem RAM (700MB), empfiehlt sich, alles zuerst in
den Arbeitsspeicher zu kopieren, dann auf Platte. Richtwert mind 10,5MB
pro Minute muss frei sein. Also z.B. bei längstem Track 4:00min
mind 42MB realem Arbeitsspeicher.
Normalisieren und Fading abschalten!
15.2 Danach kommt das Komprimieren
Neben verschiedenen Codecs (verschiedene Software-Hersteller) gibt es
auch zahlreiche Unterschiede bei der möglichen Speicherung. Heute
gilt LAME als der beste freie MP3-Codec.
MP3-Dateien sind frei, (fast) überall abspielbar (auch auf IPods,
Handys etc.), uneingeschränkt veränderbar und können
auch direkt in jedes andere Format gespeichert werden.
Es gibt auch andere Formate:
- WMA ist zwar qualitativ vergleichbar mit MP3, wird aber von
deutlich weniger Geräten unterstützt, da er direkt von
Microsoft stammt. WMA kommt bei gleicher Qualität mit etwa 1/3
weniger Datenrate gegenüber MP3 aus, was entspräche WMA mit
128kbps = MP3 mit 192kbps... Das nachträgliche Ändern,
anpassen, Editieren von WMA ist aufwändiger. Das
Format existiert nur, weil Microsoft den Codec kostenlos dazu gibt und
es Onlinediensten DRM (Digital Rights Management) ermöglicht,
diese WMA-DRM-Files werden aber nur auf wenigen Playern wiedergegeben.
- MP3plus oder auch MP4 sind Weiterentwicklungen von MP3,
auch sie haben bei niedriger Datenrate eine höhere Qualität.
Sie haben sich nur auf PC-Ebene und bei einigen teuren Playern
(Multimedia) durchgesetzt. Gegenüber MP3 kann bei gleicher
Qualität oft die Datenrate nahezu halbiert werden. Auch hier
spielen nur wenige Player diese Dateien ab.
- ogg
vorbis ist ein open-source-Codec und qualitativ weiter entwickelt als
MP3 und co. nur wenige Player können dieses Format wiedergeben.
- AAC Apple Audio Codec wird nur auf ipods benutzt und ist deshalb inkompatibel zu anderen Playern und Autoradios.
Einstellungen beim Komprimieren: (MP3-Lame)
Die Qualität wird immer auf HOCH (am langsamsten) genommen, bei
weniger sind sonst Qualitätsunterschiede auch bei hohen Datenrate
eher hörbar. Dazu wird Stereo oder Joint-Stereo eingestellt,
Dual-Stereo benötigt mehr Datenrate für gleichen Klang,
Joint-Stereo ist bei niedrigen Datenraten (<=160kbps) besser, es
gehen aber einige Richtungsinformationen verloren.
Standard ist CBR (Konstante Bitrate) 128kbit/sec gilt als Standard,
sollte aber als absolutes Minimum angesehen werden. Das entspricht
Kompressionsfaktor 11 gegenüber dem CD-Original. Ich empfehle
mind. 160kb/s (Faktor 8,8), mit 192kbps (Faktor 7,35) ist man immer auf
der richtigen, sicheren Seite. Gekaufte MP3-CDs haben meist 192kbps.
Maximum sind 320kbps möglich (Faktor 4,4) das ist eigentlich nicht
mehr vom CD-Original zu unterscheiden, aber für das Auto etwas zu
viel, da man durch Fahrgeräusche weniger Qualitätsfehler
mitbekommt. Leider hängt das Endergebnis immer vom Quellmaterial
ab, bei neuen digitalen CD-Aufnahmen erreicht man auch bei niedrigen
Datenraten gute Qualität, bei älteren analogen Aufnahmen
(z.B. von LPs etc.) benötigt man generell mehr, hier sind selbst
z.B. durch Rauschen bei 192kbps Unterschiede hörbar.
Es gibt auch die Möglichkeit die Bitrate abhängig von der
Musik ändern zu lassen (Variable Bitrate oder Alternate Bitrate)
Einige Hardware-Player können das manchmal nicht richtig
wiedergeben, es gibt Knackser oder es dauert beim Start sehr lange,
alles einzulesen. Bei sich ändernden Signalen lohnt sich das
besonders, bei Standard-Pop sind die Speicherplatz-Gewinne eher klein.
Weiterhin ist die Berechnung der Größe der Enddatei beim
Komprimieren nicht genau möglich. (Synchronität ist so auch
bei divX-Filmen schwer) Umgekehrt kann man auch schwerer an bestimmte
Zeitmarken beim Abspielen springen. Äquivalent werden VBR4 .. VBR1
als Qualität eingestellt. ABR sollte man vermeiden, da noch mehr
Player Probleme damit haben.
15.3. ID3-Tag bearbeiten
Damit man das MP3 später richtig zuordnen kann, sollte nicht nur
der Dateiname (Bestehend aus Interpret, Titel, bei Alben zu Beginn
evtl. die Tracknummer), sondern auch der ID3-Tag stimmen. Dieser
Informationsblock enthält Infos z.B. zum Interpreten, Titel,
Erscheinungsjahr, Albumname und wird z.B. im Autoradio angezeigt.
Pflicht ist immer ID3-Tag Version 1, bei längeren Bezeichnungen
kann man zusätzlich auch die 2. Version speichern. Autoradios und
andere Hardware-Player lesen evtl. nur Version 1 aus.
Mit WinAmp kann man sich die Dateien anhören und diese
Informationen direkt bearbeiten. Dazu in der winamp-Playlist
Rechtsklick auf "File Info" bzw. "View file info". Nach der Eingabe
werden mit Klick auf Update, diese Daten in die MP3-Datei geschrieben.
Die MP3-Files können dann in einzelne Verzeichnisse sortiert werden.
Winamp-Playlisten (M3U, PLS) werden evtl. auch von anderen MP3-Playern gelesen.
15.4 Normalisieren
Das Normalisieren der unkomprimierten Dateien sollte man vermeiden,
da hier noch keine Informationen zu dem RMS-Werten (Effektivwerte und
wirkliche Lautstärke) vorliegen. Damit alle Dateien etwa gleich
laut sind, sollten sie später normalisiert werden. Das geschieht
für gemischte Verzeichnisse und Alben getrennt. Bei Alben
dürfen die einzelnen Songs nicht unterschiedlich angepasst werden.
Dazu mit MP3Gain ein Verzeichnis (Add Folder) importieren. Bei einem
Album "Album Analysis", sonst "Track Analysis". Hier werden nun die
Pegel (Volume) eingelesen, unter clipping darf kein Y stehen, das
würde Verzerrungen bedeuten. Anhand des Target-Volume (z.B. 88dB)
wird die Verstärkung oder Abschwächung berechnet und
angezeigt, ob damit dann (Clip(track)) Verzerrungen möglich sind.
Man kann das Target auch weiter verringern und Klirren zu vermeiden.
Mit Gain (Album Gain oder Track Gain) werden die Pegel dann angepasst.
Dann auf "Clear All", so werden die Dateien aus der Ansicht entfernt.
Das macht man mit allen Verzeichnissen, die auf eine CD sollen. MP3Gain
arbeitet verlustfrei, da es die Lautstärkeinformationen
unabhängig von der Musik in jeden MP3-Frame schreibt.
15.5 Brennen
Die Verzeichnisse mit den Dateien werden z.B. mit Nero auf eine CD
gebrannt. Diese sollte keine Multisession-CD sein und abgeschlossen
(finalized) sein. So passt mehr drauf und die CDs können schneller
beim Start eingelesen werden. Auch gibt es so keine
Kompatibilitätsprobleme. Langsam brennen verbessert das
Brennergebnis, so dass die CD dann seltener (oder gar nicht) beim
Hören auf schlechter Straße aussetzt.
Aufpassen muss man evtl. bei Geräten, die kein Joliet (Windows)
auslesen, sondern nur ISO, hier werden die Datei- und Ordner-Namen auf
8.3-Format gekürzt. Mit DIR /X kann man sich diese Namen in
der Eingabeaufforderung anzeigen lassen. Je nach Autoradio (z.B. JVC)
werden Schnellanwahl-Tasten für die Verzeichnisse unterstützt,
wobei die Ordner mit 01... beginnen müssen.
Auf eine CD-ROM passen üblicherweise etwa 702MB, das sind bei
160kbps mehr als 610 Minuten Musik, also bei 4 Minuten pro Titel 152
Songs. Bei 192kb/s sind es noch über 510 Minuten, also mind. 127
Songs a 4min.
Ergänzungen:
Man kann an den Beschreibungen erkennen, dass obiges nur für
PC-Systeme gilt und nicht für Notebooks oder Laptops. Diese sind für
variablen Einsatz konzipiert und eignen sich seltener für die Audio-CD-Erstellung.
Grund dafür sind die üblichen eingebauten CD- oder DVD-Laufwerke,
die nur selten ein bitgenaues Einlesen von Audio-CDs ermöglichen. Deshalb sollte man sich den Kauf eines solchen
Geräts sehr genau überlegen, da ein "übliches" PC-System
für etwa die Hälfte des Geldes mehr (vor allem Geschwindigkeit
und Erweiterbarkeit) bietet.
Wie oben zu sehen, favorisiere ich SCSI-Systeme. Vor einigen Jahren waren
sie durch DMA-Übertragung in Sachen Geschwindigkeit und Prozessorauslastung
(E-)IDE meilenweit voraus, durch U-DMA 33, 66, 100, 133 und Serial-ATA, hat sich das
stark geändert. Allerdings muss darauf geachtet
werden, dass alle Geräte an den IDE-Controllern den U-DMA-Modus
wirklich voll unterstützen, hochwertige Kabel sind so ebenso zu benutzen.
Der Performancevorteil liegt heute nur noch bei etwa 40%, wobei dann ein
SCSI-LW etwa doppelt so viel (bei gleicher Kapazität) wie die IDE-Kollegen
kosten. Da nun auch sehr schnelle IDE / S-ATA-Platten mit viel Cache erhältlich
sind, die wesentlich günstiger sind, lohnt sich SCSI nun wirklich
nur noch in Servern oder High-End-Systemen. Diese PCs können wesentlich
mehr Platten (bis 15 Geräte pro Controller) verwenden und werden besonders
bei Video-Schnittsystemen (mit Hochleistungsplatten 10000 und 15000
U/min sowie >=16MB Cache) eingesetzt.
Aber selbst bei U-DMA-Platten ist mit 2 angeschlossenen Geräten
der Datenstrom nicht so gleichmäßig wie bei SCSI, das merkt man, wenn man Daten von einer auf die andere Festplatte
kopiert. Grund dafür ist immer noch, dass die Geräte am
IDE-Bus nicht gleichrangig behandelt werden. IDE ist nicht echtzeitfähig.
Vor dem U-DMA gab es nur Standard-PIO-Übertragung, die eine extrem
hohe Prozessorauslastung (etwa 98 statt 10%) hatte. Beim Brennen konnte das
problematisch werden, da ein Gerät (Brenner oder Platte) den ganzen
Rechner schneller lahmlegen kann, so dass es eher zu Buffer-Underruns
kam. Das ist ein Hauptnachteil bei älteren Rechnern.
Weiterhin werden darin heutige IDE-Platten (>2/4/8/32GB) nicht mehr direkt
unterstützt...
Ein gutes Heim-System
besitzt deshalb neben 1 DVD-Laufwerk und einem Brenner, eine Systemplatte
und eine Datenplatte, so können die Arbeiten gut verteilt werden,
da alles ausgebremst wird, wenn eine Datei bearbeitet wird, die temporären
Daten aber auf dem gleichen Laufwerk liegen. Da hilft auch Partitionierung
meist nur wenig. Weiterhin konnte man feststellen dass auch erst zusätzliche
E-IDE-Controller (z.B. von Promise) mit eigener Steckkarte die U-DMA-Fähigkeit
der Festplatten besser ausnutzen und es je nach Chipsatz starke Performance-Unterschiede
zwischen den einzelnen Controllern auf den Motherboards gibt.
Heißt nur mit durchschnittlicher Zugriffszeit und linearem Durchsatz
lassen sich die Geschwindigkeiten im praktischen Betrieb nicht beschreiben.
Ich habe beides getestet, aber geflucht habe ich nur bei IDE-Problemen.
;) Auch sind die Übertragungen auf dem SCSI-Bus durch die Terminierung
sicherer, Kontakt- und Kabelprobleme (besonders bei Längen >50cm)
treten hier (fast) nie auf.
Und auch mit IDE-Platten lässt sich ja ein RAID-System aufbauen,
dass sehr hohe Datendurchsätze ermöglicht.
Hat noch jemand andere Tipps zum Tuning? Nur welche, die auch fundiert
sind!
Zum Testen nimmt man geeignete CDs, hier einige Tipps:
Ich kann nur wenige so genannte Test-CDs empfehlen, eine für
Interessenten ist: "Hifi Check" der Zeitschriften "HiFi Test TV Video"
und "Car-HiFi" für ca. 20,-Euro, auf der auch 3 (Bassmo Bill, R. Pidgeon,
A. Di Moela) der unten aufgeführten Titel sind. Es wird ebenfalls
erklärt, wie diese Stücke klingen sollen.
Für den Bassbereich (Tiefe / Präzision):
-
Testfile sweep.mp3 (50KB) :
Dieses 10 Sekunden lange File enthält zu Beginn eine Folge von 40Hz-Sinustönen,
dann ab 2,0s bis 10s kommt ein linearer Sweep (laufender Sinuston) von
20 bis 100Hz. Hiermit kann man testen, ob die unterschiedlichen Frequenzen
im Bassbereich etwa gleich laut sind. (VORSICHT mit der Lautstärke,
man kann die Lautsprecher zerstören!) (22kHz, mono, 40kBit/s)
-
Bassmo Bill - Eth-mo-thing
: Tiefstbass pur! Vorsicht bei der Lautstärke, dient zum Testen der
Dynamik und Pegelfestigkeit der Boxen und der Endstufe. Die präziseren
Bass-Schläge zu Beginn (ca. 70Hz) dürfen nicht grollen und die
ganz tiefen Töne (ca. 45Hz) müssen absolut voluminös und
druckvoll wiedergegeben werden. (VORSICHT mit der Lautstärke, man
kann die Lautsprecher zerstören!)
-
Goldie - Inner City Life : In diesem relativ bekannten Jungle-Teil
müssen die Bass-Samples klar unterscheidbar sein, sie dürfen
nicht dröhnen oder gar grollen. Die Bässe dürfen den Klang
im Frequenzbereich darüber nicht beeinflussen.
-
J.M.J. & Richie - Free La Funk (Remix) : Die Bass-Samples müssen
sich unterscheiden und sollten etwa die gleiche Lautstärke besitzen.
Die Grundfrequenzen der einzelnen Basstöne liegen "nur" zwischen 40...80Hz,
sind also noch eine Oktave vom Tie(hhhhhh)fstbass entfernt.
-
Dune - Million Miles from Home : Trotz der relativ tiefen Bässe
(<50Hz) muss der Bassschlag als solcher erkennbar sein, auch
wenn er relativ weich, füllig und voluminös klingt.
Mitten / Höhen / Räumlichkeit:
-
Rebecca Pidgeon - Grandmother : Die Stimme muss exakt aus der
Mitte kommen und darf nie nervend oder aggressiv wirken, sie ist verspielt
und neutral, das ist in den laut gesungenen Passagen wichtig. Hiermit können
so auch Mittenverfärbungen der Lautsprecher erkannt werden.
-
Al Di Meola - The Prophet (900KB)
: Bei diesen hohen Tonpassagen darf es nie schrill, hart und aggressiv
werden, die Höhen müssen explosiv, verspielt und dynamisch rüberkommen.
Metallkalotten dürfte man hier heraushören. Die Töne überstreichen
den Mitten-, Präsenz-, Brillanz- und Hochtonbereich (alles über
500Hz).
High Frequency Sampling:
Das Ohr ist in manchen Bereichen empfindlicher, als uns "Experten" mit
Messgeräten manchmal glaubhaft machen wollen. Bei einer 96 kHz
Samplingrate sind über 40 kHz Bandbreite erreichbar. Nun kommt die
Ausrede anderer, der Mensch hört nur bis 20 kHz.
Dies ist nur zum Teil richtig. Zwar nimmt der Mensch (abh. von der
Lautstärke, vom Alter etc.) nur Sinus-Töne bis etwa
16 kHz wahr. (20 kHz-Töne hört nur ein Baby) Aber der Mensch
erfasst indirekt Oberwellen eines Klangs, die auch im Frequenzbereich
darüber liegen können. Das diese Oberwellen entscheidend sind,
zeigt sich daran, dass eine hohe Sinusfrequenz anders klingt, als
eine Dreieck-, Sägezahn- oder Rechteckschwingung. Der Unterschied
liegt in der Verteilung und dem Pegel der Oberwellen... Deshalb sagen auch
High-Ender, dass Vinyl-Platten manchmal besser als CDs klingen. Und
deshalb klingen auch Geräte mit erweiterten Frequenzbereich wie Audio-DVD
(DVD-A), Superdisk (SA-CD), Wide-Range-DATs (96kHz DAT-Recorder von Pioneer)
oder auch das Legato-Link-System (von Pioneer entwickeltes Prinzip, bei
dem man zusätzlich Frequenzen über 20kHz hinzurechnet) meist
besser (weicher, harmonischer) als Geräte mit "beschnittenem Frequenzgang".
Das lässt sich auch mittels Fourier-Reihenanalyse erklären,
wenn man Signale als Summe von Sinusschwingungen darstellt. Denn je steiler
ein Anstieg im Zeitbereich ist (z.B. Flanke eines Rechtecksignals), desto
größer muss die Bandbreite sein, um dieses Signal zu übertragen.
DAS HEISST, DAS NICHT (NUR) DIE FREQUENZ DIREKT, SONDERN DER ANSTIEG DER
FLANKE EINE ENTSCHEIDENDE ROLLE (FÜR NOTWENDIGE BANDBREITE) SPIELT.
Bei einem Impuls oder einem idealem Rechteck mit unendlich steilem Anstieg
müsste auch die Bandbreite des (elektrischen) Übertragungskanals
unendlich sein, um am Ausgang den selben Impuls b.z.w. das gleiche Rechteck
zu erhalten, auch wenn die eigentliche Rechteckfrequenz wesentlich niedriger
ist.
Die Verteilung und der Pegel dieser Harmonischen (Vielfache der eigentlichen
Originalschwingung) ist abhängig vom Signal, je "eckiger" es ist und
steiler die Flanken sind, desto größer ist der Pegel der Harmonischen.
Ein reines Sinussignal besitzt als einziges keine Harmonischen, mit diesen
Signalen wird aber immer getestet!
Ein 1kHz Dreieck oder auch ein Rechteck hat z.B. Oberwellen (ungerade
Harmonische) bei 3, 5, 7, 9, 11kHz u.s.w., wobei der Pegel jedoch kontinuierlich
abfällt. Ein 1kHz-Sägezahn-Signal würde bei 2, 3, 4,...kHz
Oberwellen (gerade und ungerade Harmonische) besitzen. Bei komplexen Klängen
wäre ein weit gefächertes Spektrum der Fall, das auch bis über
20...30kHz hinausgeht.
Mit
einer 44,1kHz-Samplingrate lassen sich zwar Töne bis 20kHz
übertragen, jedoch sind das immer nur Sinustöne, da sie keine
Oberwellen besitzen. So braucht man nicht nicht zu wundern, dass
CD-Player
immer so steril klingen, da alle Frequenzen über 8kHz nur
annähernd
sinusförmig sind. Eine 20kHz-Schwingung wird nur 2x abgetastet,
daraus soll dann wieder die Original-Schwingung hergestellt werden...
Zusammengefasst: Direkte Töne über 20kHz kann der
Mensch nicht wahrnehmen, allerdings muss man sie mit übertragen,
will man, dass das aufgezeichnete, nichtsinusförmige Signal
(Musik) möglichst genauso klingt, wie das Original.
Je größer der Frequenzbereich von Geräten, desto
besser wird im allgemeinen auch ihr Impulsverhalten. Das lässt
sich mathematisch auch mittels der Fourier-Transformation beweisen. Warum nicht unendlich breit? -> Abgesehen, davon dass das
nicht
geht, ist es nicht sinnvoll, denn die Oberwellen nehmen immer mit
höherer
Ordnung im Pegel ab, so dass sich die Übertragung (Musik und
Sprache, bei Frequenzen über 10kHz) Harmonischer ab 4. oder 5.
Ordnung kaum noch lohnt. Das heißt bei einer 15kHz-Schwingung
könnte
man über 45...60kHz aufhören, was diese Samplingraten dann
erklärt.
Denn eine 16kHz-Schwingung lässt sich bei 192kHz bis zur 5.
Oberwelle
übertragen, was also, was diese Theorie angeht, ausreicht. Im
allgemeinen
genügen bei den meisten Signalen maximal 10 Oberwellen, damit die
Unterschiede so minimal werden, dass man sie sicher nicht mehr
unterscheiden kann. Ob es hörbar ist, noch weitere zu übertragen, wer weiß,
vermutlich nicht. Während die Unterschiede zwischen 96 und 44,1Khz
noch für viele auf entsprechender Anlage hörbar sein dürften, wird es bei 192kHz im
Gegensatz zu 96kHz wohl nur sehr kleine Unterschiede geben. Brauchbare
und real-nachvollziehbare Untersuchungen dazu gibt es meines Wissens noch
nicht.
Und die Möglichkeit, weitere Oberwellen hinzuzurechnen (was man bei hochwertigen
Player mit den derzeitigen 44,1kHz/16Bit-Aufnahmen ja auch macht) besteht
ja immer noch, um das letzte Quäntchen herauszuholen.
Dazu müssen aber auch die Aufnahmen schon in diesem Format gemacht
werden, bei Originalen von Standard-DAT (48kHz, 16bit) wird natürlich
die Kopie genauso klingen. Das Hauptproblem hierbei ist aber die Aufnahme,
während es bei Mikrofonen und entsprechenden 24Bit-DACs eher keine
Probleme gibt, ist das bei den synthetischen Pop- und Dance-Klängen
etc. etwas anders. Da diese Samples nicht das notwendige Format haben,
ist entsprechender Aufwand nötig.
Noch zum Thema Frequenzbereich: Zwar gibt die jeweilige Grenzfrequenz
an, ab wann der Pegel unter -3dB fällt, sagt aber nichts darüber
aus, wie stark der Abfall danach ist. Analoge Aufzeichnungs- und Übertragungsmedien
haben einen flacheren Abfall als es bei digitalen Medien der Fall ist,
wo mit sehr steilflankigen Filtern gearbeitet werden muss, um keine
Probleme (Shannon-Abtast-Theorem) zu bekommen. Während bei einer CD
(44,1kHz Sampling) definitiv kein 22kHz-Sinuston aufgezeichnet werden kann,
ist das bei einem Analogtape (Kassettendeck) möglich, auch wenn dort
die obere Grenzfrequenz ebenfalls bei 20kHz liegt, der Ton ist nur leiser
(je nachdem, vielleicht ca. -10dB) als bei der Referenzmarke. Besonders
bei Schallplatten ist oben herum noch Spielraum vorhanden, so dass
bei einigen Abtastsystemen die obere Grenzfrequenz bei bis zu 25...30kHz
liegen kann, darüber aber immer noch leisere Anteile vorhanden sind.
Diese harmonischen Oberwellen sorgen dafür, dass das Signal
nicht so "analytisch" hart klingt, wie es besonders bei ersten CD-Playern
der Fall war. Das heißt Harmonische Oberwellen sorgen wirklich dafür,
dass Klänge harmonischer klingen.
Auch gibt es am Punkt der -3dB-Grenzfrequenz bereits eine starke
Phasenverschiebung von 45°, die sich auf die Räumlichkeit auswirken
kann.
Andererseits: Die untere Grenzfrequenz des menschlichen Ohres liegt
bei etwa 15...20Hz. Die Tiefbässe kann das Ohr allein kaum noch wahrnehmen,
quasi alles wird über den Körper (Knochen etc.) übertragen.
Das einzige Musikinstrument (neben Synthesizern), was solchen tiefen Töne
erzeugt, ist die Orgel in der Kirche, so reichen für "gewöhnliche"
Musik 25Hz (-3dB!) voll zu. Dafür braucht man schon gewaltige Lautsprecher,
so dass für den Hausgebrauch schon etwa 30Hz vollkommen ausreichen,
obwohl hier eine volle Oktave fehlt. In Standard-Pop-, Dance-, selbst bei
Jungle und Drum 'n Bass sind bei Tiefstbässen die Grundfrequenzen
darüber, sie liegen im allgemeinen über 40Hz. Da ist eher die
Abschwächung bei der unteren Grenzfrequenz entscheidend, die bei Lautsprechern
oft bei -8dB und nicht -3dB angegeben wird.
Die Phasenverschiebung, die durch die bei der unteren Grenzfrequenz
entsteht, ist nicht relevant, im Gegensatz zum oberen Frequenzbereich,
da selbst starke Abweichungen bei der Phase bei solchen tiefen Frequenzen
mit Wellenlängen von mehr als 10m kaum noch eine Rolle spielen. Das
heißt, dass man auch unten sparen kann, aber nicht muss,
gute CD-Player haben eine untere Grenzfrequenz von unter 2Hz. Das hört
wirklich kein Mensch mehr, kann aber nicht schaden, zumal sich die untere
Grenzfrequenz bei mehreren nacheinander geschalteten Geräten stark
verschlechtert.
Zu den Klirrfaktoren: Der Klirrfaktor k ist das Verhältnis
zwischen dem Pegel der Sinusschwingung und denen der durch die Geräte
entstehenden Oberwellen. Meist nimmt man jedoch nur die Frequenzen bis
zur zweiten oder dritten Oberwelle, da die Frequenzen darüber gewöhnlich
nur noch schwach vertreten sind und man so die Werte besser miteinander
vergleichen kann. Bei einzelnen Sinus-Tönen werden sehr hohe Klirrfaktoren
(teilweise bis zu 10%) vom Ohr (Verdeckungseffekte) akzeptiert, ohne dass
es störend wirken würde. Das sich das bei komplexen Klängen
verändert, hört dann jeder. Während im Bassbereich ein
Klirrfaktor von über einem Prozent nur schwer oder gar nicht ausgemacht
werden kann, sind manchmal selbst weniger als 0,5% bei bestimmten
Klängen
mit hohem Frequenzanteil als Unterschied wahrnehmbar. Dafür ist aber
ein geschultes Ohr (und eine gute Anlage natürlich auch) unbedingt
Voraussetzung. Das ein geschultes Ohr wirklich besser ist, zeigen z.B.
Musiker, die sehr genau (<1%) Tonhöhenänderungen wahrnehmen
können.
Jedoch sagt der Klirrfaktor allein nur wenig über den Klang z.B.
eines Verstärkers aus, da z.B. Anstiegsgeschwindigkeiten bei (musikalischen)
Klängen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, Musik ist nun mal kein
Test-Sinuston. Das zeigt sich auch in der Praxis: Würde man eine Verstärkerstufe
z.B. stark rückkoppeln, ließe sich der Klirrfakter auf Werte
weit unter 0,001% reduzieren, jedoch klingt sie dann schlechter, da sich
andere Parameter (Impulstreue etc.) verschlechtern.
So ist es eben immer: Nur mit Messwerten, wie unterer und oberer
Grenzfrequenz, Klirrfaktor, Rauschabstand und Dämpfungsfaktor lässt
sich keine Aussage über den Klang (Musik) treffen.
Diese Eckdaten
lassen nur wenig Aussagen zu: Ein Gerät, was hier überall schlecht
dasteht, wird so auch nicht gut klingen.
Auch ist es ein Unterschied, ob man Klirrfaktoren von Verstärker,
Tapes etc. vergleicht. Prinzipbedingt unterscheiden sich hier wiederum
die Lage und Amplitude der Oberwellen, es werden aber nur die ersten 2
Harmonischen gemessen. So kann es sein, dass man bei einem Verstärker
mit k<0,2% das Klirren wahrnimmt, nicht jedoch bei einem Analog-Kassettendeck
mit k=0,5%.
Alles ist abhängig von der Messmethode! Das gilt auch für
Dämpfungsfaktoren von Verstärkerendstufen. Das beste Mittel für große Dämpfungsfaktoren
sind dicke Kupferleitungen vom "Endtopf" zum Speaker, sowie viele parallele
MOSFET mit sehr kleinen Innenwiderständen (RDSon).
Selbst heute ist das Ohr und seine genaue Funktionsweise besonders im
Zusammenhang mit dem Gehirn noch nicht zu 100% ergründet. Das Ohr
ist als alles andere als simpel oder einfach logarithmisch. In einigen
Bereichen ist das Ohr einfach zu überlisten, woanders wieder überhaupt
nicht! Das ist auch der Grund, weshalb gute Audio-Komprimierverfahren sehr
aufwendig sind und eine hohe Rechenleistung erfordern. Genau bei diesen
Konfigurationen (komplexe Klänge mit breitbandigen Signalen mit viel
Hochtonanteil verraten sich die Komprimierverfahren, wie z.B. MP3 dann,
da sie ständig neu bewerten und über Filterbänke arbeiten.
Weshalb man sich nicht wundern muss, dass bei dumpfen Aufnahmen
die komprimierte Fassung quasi genauso (schlecht) klingt, wie das Original.
Surround:
Bei High-Endern war Surround lange Zeit verpönt, es gab einen
Wettkampf zwischen Stereo und Raumklang: warum nutzt man nicht die nächste
Generation für das beste beider Tonsysteme. AC-3 ist zwar für
Filme hervorragend geeignet, bei hochauflösender Musik müssen
auch bei den höheren Datenraten klangliche Abstriche gemacht werden.
Heutzutage, wo die CD mit einer Samplingfrequenz von 44,1 kHz, 16bit
Stereo PCM etwas "betagt" (anno 1982) ist und mehr Datenkapazität
z.B. auf DVDs zur Verfügung steht, sollten mehr Daten für den
guten Klang benutzt werden, als das CD-Format noch zu komprimieren. Auf eine Standard-CD passen mit der einfachen
Audio-CD-Fehlerkorrektur
etwas mehr als 740MB. Dies lässt sich noch durch
Zusammenrücken
der Spuren auf etwa 800MB vergrößern. Auf eine einschichtige
DVD passt schon mehr als die 5-fache Menge, ca. 4,7 GB. Diese
lässt
sich durch das Nutzen von 2 übereinander liegenden Schichten auf
ca.
8,5 GB erhöhen. Man kann auch durch beide Seiten der Disk die
Kapazität
(bei einer Schicht pro Seite) verdoppeln, b.z.w. beim Verwenden beider
Möglichkeiten fast vervierfachen auf ca. 17 GB. Und die
Nachfolgemodelle Blue-ray oder HD-DVD stehen bereits in den
Startlöchern.
Auf einer 8,5 GB-DVD (eine Seite, zwei Schichten) passen z.B. bei 5
Audio-Kanälen mit je 24 Bit, 96 kHz unkomprimiert (PCM) mehr als 100
Minuten Musik!
Ob nun DVD-Audio oder SACD? Während sich
DVD-A-Daten über die digitale Standardschnittstelle S/P-DIF (dank
PCM) übertragen lassen, gibt es so etwas für das SA-CD-System nicht. Beide
Systeme sind der CD klanglich weit voraus, allerdings ist nicht
feststellbar,
welches besser klingt. Bis jetzt scheint das DVD-A-System dem SA-CD
überlegen zu sein, dank variabler Video-Nutzung und einfachere
Handhabung beim Studio-Mastering
(PCM!). Also ist das mein klarer Favorit.
Zum Klangvergleich mit einer CD: Selbst ein DVD-Player der oberen
Mittelklasse (150 EUR) würde mit einer originalen 192kHz/24Bit-Aufnahme
einen (mit runter gerechneten 44,1kHz/16Bit-Aufnahme) High-End-CD-Player,
der etwa das zehnfache kostet, "an die Wand" spielen (bei hochwertiger
Anlage natürlich). Das wäre bereits bei 2-Kanal-Aufnahmen so,
im Mehrkanal-Betrieb gibt es dann nichts besseres. Die Auflösung in
Zeit- und Pegelrichtung ist mehr als 1000 Mal so genau! (256x beim Pegel
und mehr als 4x so hoch im Zeit- und Frequenzbereich)
Meine Meinung zu MP3:
Bitte das folgende nicht als Hetze gegen MP3 verstehen, ich nutze auch MP3, vor allem im Auto bei Datenraten von meist 160 und
192kbps ist es ideal. Eine Original-CD kann es aber nie ersetzen. Die sollten aber daheim und nicht im Auto liegen!
Ich habe die Qualität getestet, mit guten Aufnahmen (z.B.
nur
Madonna-Singles oder bestimmten Synthesizer-Songs von J. M. Jarre) ist
der Unterschied eindeutig hörbar, auch bei Anlagen unter dem
Tausend
Euro-Bereich und bei geringeren Kompressionsraten, wie z.B. 192 kb/s.
Man
merkt aber deutlich den klanglichen Anstieg bei größer
werdenden
Datenraten und aufwendigeren Algorithmen (quality). Allerdings gibt es
auch klangliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Algorithmen.
Dies sind aber heute nicht mehr so groß, wie LAME und der
Original-Fraunhofer-Codierung belegen. Ich habe es mit jemandem, der "klanglich unerfahrenen" (Sorry, dass
ich Dich so nenne, A.!) ist, getestet und er hörte den Unterschied
ebenfalls sofort auf einem Ghetto-Blaster (!) bei 128kb/s. Ich will
nicht gegen MP-3 hetzen, es ist ein wirklich gutes Komprimierverfahren,
aber mit hochwertiger HiFi-Wiedergabe hat das nichts zu tun. Denn
dieser Algorithmus speichert nicht den Verlauf des Signals, sondern enthält
Beschreibungen, welche Charakteristika das Signal enthält, so gibt
es bei einem Musiksignal auf jeden Fall Abweichungen. Nur weil einige meinen,
das klingt besser als der billige Walkman, hat das nichts mit CD-Qualität
zu tun.
Wer es nicht glaubt, kann ja mal eine Frequenzanalyse am Rechner machen
und sich das Ergebnis bei 128kbps selbst mit maximaler Quality anschauen,
da ist bei 16kHz Schluss, obwohl das darüber noch im CD-Format
enthalten ist.
Praktisch heißt das: Unter 128kb/s ist inakzeptabel,
128kbps reichen bei Standard-Pop-Songs für gewöhnliche
Hörqualität mit Ohrhörer unterwegs, 192kb/s ist
von der Qualität (abhängig von der Musik) her meist voll OK und ideal fürs Auto,
256kb/s
würde ich als optimalen Kompromiss bezeichnen, da bei
üblicher
Musik die Unterschiede sehr gering sind. 320kb/s verbessert das ganze
noch
einmal und kommt dem Original hörmäßig zu 99,9% nahe.
Als Codec empfehle ich heute guten Gewissens LAME. (mit max. Quality)
Dazu noch eine Ergänzung: Ich untersuchte nicht, was besser oder
schlechter klingt, sondern ob irgendwelche, kleinste Unterschiede im A/B-Vergleich
hörbar waren. Im Einzelfall kann es sogar dazu kommen, dass die
komprimierte Fassung empfunden besser klingt als das Original, da einige
unharmonische Töne etwas verweichlicht werden.
Während bei üblicher "Popmusik", die intensitätsbezogen
im Studio abgemischt wird, Phasendifferenzen fast egal sind, wirkt sich
der Verlust dieser bei Dolby-Surround-codierter Quellen verheerend aus,
da über Phasenunterschiede vor allem die Amplitude des hinteren Kanals
definiert wird.
Auch gibt es starke Unterschiede bei der Klangqualität, was das
Ausgangsmaterial angeht. Bei der Komprimierung von Titeln, die von analogem
Ausgangsmaterial stammten, stellte ich fest, dass hier auch bei HQ
und 192kbps noch deutliche Einbußen hörbar waren, bei originalen
CD-Kopien war das nicht der Fall. Analoge Aufnahme mit kleinem Rauschen etc. irritieren anscheinend
des Algorithmus etwas, so dass er nicht richtig effektiv arbeiten
kann.
Ich habe es mit der minimalen Kompressionsrate 4,4 (320kb/s) getestet, diese überzeugt voll. Ein Audiokomprimierverfahren
ist praktisch nur sinnvoll, wenn man viele Daten einsparen kann. Das ist
aber nicht ohne klangliche (hörbare) Verluste möglich, was leider
oft abgestritten wird. Man versucht Sachen zu filtern, die angeblich das
menschliche Ohr nicht wahrnimmt. Aber nicht jedes Ohr ist gleich, und es
lässt sich manchmal nur schwer überlisten. Das gilt ebenso für ATRAC (320kb/s) und andere Komprimiererverfahren.
Die zusammengedrückten Daten haben teilweise auch eine niedrigere
Samplingrate wie z.B. im Satelliten-Radio : Also nichts mit "CD-Qualität"!
Den digitalen Radio-Nachfolger DAB (Digital Audio Broadcasting) habe
ich noch nicht gehört. Er soll aber laut Stereoplay bei guter Antenne
dem UKW-Signal überlegen sein.
Manche Leute glauben anscheinend
tatsächlich, dass "digital" immer "CD-Qualität" bedeutet
und das digitale Quellen nicht rauschen. Digitale Fehler zeichnen sich
aber nun mal anders aus als analoge!
Bei Mehrkanalsystemen sieht es mit der Kompression etwas günstiger
aus, da man mit Zunahme der Kanalanzahl besser komprimieren kann. Das liegt
u.a. daran, dass meistens mehrere Kanäle ähnliche Informationen
enthalten, wie z.B. die drei Frontkanäle. So lassen sich durch aufwendige
Korrelation bessere Kompressionsraten erzeugen, bei geringem Klangverlust.
Aber auch hier sollte die starke Komprimierung den Filmen vorbehalten bleiben,
bei denen sie durch die große Datenmenge (2 Stunden Lauflänge)
sinnvoll ist.
Here you can read something about HiFi and self-construction of loudspeaker-boxes. Some articles are in english too. click here for a list.
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